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Ann-Kathrin Kramer Interview |
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zu: „Mein Nachbar, sein Dackel und ich“, 2., Oktober, 20.15 Uhr, ARD Gerade mal zwei Monate ist es her, dass die beiden Schauspieler ihre Liebe mit einem Hochzeitsfest auf einem Donaudampfer besiegelt haben. Nun meldet sich Ann-Kathrin Kramer aus den Flitterwochen zurück und gab ihr erstes Interview als Frischvermählte Ann-Kathrin Kramer „Es fühlt sich gut an, verheiratet zu sein?“ Auch wenn beide von Berufswegen her schon so einige Male Hochzeiten zu spielen hatten, so fühlt sich dieses romantische Ereignis, wenn man es rein privat erlebt, dann doch nochmal ganz anders an: An einem herrlichen Sommertag, dem 7. Juli, haben die sympathischen Schauspieler Ann-Kathrin Kramer (43, „Die Nonne und der Kommissar“) und Harald Krassnitzer (48, „Tatort“) nach zehn Jahren Partnerschaft ihre Liebe mit einem Hochzeitsfest auf einem Donaudampfer besiegelt. Ann-Kathrin Kramers Sohn Leo (12) aus ihrer früheren Beziehung zu Kollege Jan Josef Liefers hat dem Paar die Eheringe an den Traualtar gebracht. Nun meldet sich Ann-Kathrin Kramer aus den Flitterwochen zurück – sie spielt in der unterhaltsamen und kurzweiligen ARD-Komödie „Mein Nachbar, sein Dackel und ich“ (Sendung: 2. Oktober, 20.15 Uhr) eine temperamentvolle Hebamme. Wir trafen Ann-Kathrin Kramer zum ersten Interview als Frischvermählte: Die Geschichte der netten Komödie „Mein Nachbar, sein Dackel und ich“ (2. Oktober, 20.15 Uhr, ARD) ist nahe am Leben – und dann wieder nicht. Was hat Sie gerade an dieser Story gereizt? „Was ich an der Geschichte mag, das ist die Leichtigkeit und Heiterkeit, und trotzdem beschäftigt man sich mit zwei durchaus existenziellen Themen nämlich dem Leben und dem Sterben.“ Sie spielen eine Hebamme, Ihr Partner Günther Maria Halmer einen Bestatter. Beide möchten sich auf einem Baugrundstück einen Lebenstraum erfüllen, sie möchte ein Geburtshaus und er einen privaten Friedhof eröffnen. Dass die beiden dann aber auch noch Nachbarn sind und sich über einen Hund näher kommen … „Ja, aber im Leben ist eben alles möglich. Wie oft kommt man in Situationen, in denen man denkt, wenn mir das jemand mit einem Film erzählt hätte, würde ich denken, das ist aber ein bisschen übertrieben.“ Im Film geht es auch um das Erfüllen von Lebensträumen – haben Sie einen? „Ich habe keinen persönlichen Lebenstraum. Es gibt nicht irgendetwas, was ich unbedingt noch bauen oder entstehen lassen will. Ich bin mit dem Leben und der Lebensform, die ich gefunden habe, durchaus zufrieden und glücklich.“ Es gab trotzdem mal den Wunsch von einem Haus am Meer … „Ja, das wird vielleicht passieren, aber ich kann das nicht forcieren. Also ich bin mir sicher, dass mich dieses Haus irgendwann finden wird.“ (lächelt) Das ist eine gesunde Einstellung, mit der man nicht so oft enttäuscht wird oder? „Ja, wobei das nicht mein Beweggrund ist. Bei mir ist das gar nicht so an ein Haus am Meer gebunden, sondern bei mir ist das überhaupt die Art und Weise wie ich an mein Leben herangehe. Ich bin da einfach sehr entspannt. Ich habe keine Checkliste, auf der steht, dies und das will ich, dann will ich ein Kind und dann will ich einen Mann und dann will ich eine Karriere. So etwas habe ich nicht und ich hatte es auch nie.“ Für Ihre Figur der Hebamme Irene in „Mein Nachbar, sein Dackel und ich“ gehören Rückschläge und Hindernisse zum Leben und sie komprimiert das vielleicht damit, dass diese Frau mithilft neues Leben schenken kann. Was lässt Sie, die Sie nicht Hebamme von Beruf sind, am „Gesamtwunder Leben“ nicht zweifeln? „Ich meine, das Leben ist einfach schön und auch wenn Sachen passieren, die nicht in Ordnung sind oder über die man sich ärgert, wenn man sich irgendwo den Finger klemmt, das, was uns allen so täglich passiert, ein Zug, der Verspätung hat, ein Treffen, das nicht stattfindet oder ein Job, den man nicht kriegt, dann kann man darüber natürlich verzweifeln und sich ärgern und zetern. Oder aber man kann einfach beschließen, ja, das ist das Leben!“ Und so ticken Sie? „Absolut! Ich habe mir kürzlich wieder den ,Alexis Sorbas'-Film mit Anthony Quinn angesehen und darin gibt es den Besucher aus der Stadt, der zu ihm von Schwierigkeiten redet. Und Alexis Sorbas steht vor ihm, klatscht in die Hände und sagt: Das ist das Leben! Schnall den Gürtel enger und freu dich auf die nächsten Schwierigkeiten! Das finde ich auch als Bild ganz hübsch.“ (grinst) Sie hätten nicht Hebamme werden können, weil Sie kein Blut sehen können … „Nicht so gerne, Beim Film geht das mit Film-Blut, aber wie ist das im wahren Leben, denn da sind Sie als Mutter eines 12-jährigen Sohnes sicher mal damit konfrontiert gewesen? „Das ist etwas anderes, bei meinem Sohn da kann ich alles. Da geht es einfach nur noch darum, dass dein Kind deine Hilfe braucht und dann mache ich das.“ Das ist bei Helfern von Unfällen aber oft auch so, dass man zunächst einmal hilft und sich dann, Stunden später, erst Gedanken darüber macht, was man da eigentlich getan hat. „So wäre das bei mir bestimmt auch, aber ich möchte nicht gerade von Berufswegen jeden Tag mit Blut zu tun haben.“ Dreharbeiten mit Tieren – wenn hier auch „nur“ mit einem Rauhaardackel – können auch einiges mit sich bringen. Ging dieses Mal alles gut? „Ja, das ging alles wunderbar.“ Ist auch das ein Anreiz für Sie als Schauspielerin? Kommt das als nette Beigabe noch hinzu? Auch wenn es nur ein Dackel ist, so sind Tiere vor der Kamera doch etwas unberechenbarer. „Ja, das ist aber für mich kein Argument einen Film zu machen. Man sagt ja auch, wenn man einen Film mit Kindern und mit Tieren macht, dann kann man als Schauspieler eigentlich gleich in die zweite Reihe treten. Diese Partner sind einfach zu süß. Unser Dackel hat durchaus eine Hauptrolle in dem Film – und zu Recht.“ Sie sind nicht durch diesen Film auf den Hund gekommen, denn dagegen hätte Ihre Katze etwas – wie sind Sie auf die Katze gekommen? „Mit Katzen war ich immer schon zusammen. Schon als kleines Mädchen waren Katzen so meine Tiere.“ Und davon haben Sie mehrere? „Nein, wir haben jetzt eine und ich hatte auch immer nur eine. Das reicht meiner Meinung nach vollkommen, weil Katzen doch viel Raum brauchen und Ansprüche haben.“ Sind diese Tiere auch leichter mit Ihrem Alltag zu kombinieren? Wäre ein Hund schwieriger? „Ein Hund würde gar nicht gehen, bei dieser Art, die wir leben, mit den vielen Reisen. Das geht nicht, da braucht man schon ein Tier, das auch autark ist und eine zeitlang auch gut für sich sein kann.“ Welche Erinnerung haben Sie an den Tag Ihrer Hochzeit? „Der Tag unserer Hochzeit? Das war ein sehr schöner Tag.“ (strahlt) Sie heißen nach wie vor Kramer – war das wichtig für Sie? „Nein, das war mir nicht besonders wichtig, darüber haben wir gar nicht viel geredet, sondern einfach beschlossen, dass wir unsere Namen behalten, weil unsere Namen eben auch Teil unserer Arbeit sind.“ Es gab an dem Ereignis symbolische Geschenke und Spenden an den Hamburger Verein „Dunkelziffer e.V.“, für den Sie und Ihr Mann sich engagieren. Was war ein besonders schönes Geschenk für Sie? „Das war für mich eindeutig die Spende an ,Dunkelziffer'. Ich werde das nicht beziffern, aber die Summe war sehr ansehnlich.“ Wie waren die Vorbereitungen für Ihre letztlich geheime Hochzeitsfeier? „Wir waren uns einig, dass wir eine kleine Feier machen wollen würden, aber unser Publikum sollte in gewisser Weise auch daran teilhaben können. Trotzdem wollten wir nicht durch alle Zeitungen geistern. Erst hatten wir überlegt, die Feier ganz geheim zu machen, aber das wäre den vielen Menschen gegenüber gemein, die uns jetzt seit vielen Jahren gerne gucken und uns unterstützen.“ Wie sind Sie zu Ihrem Engagement für den sozialen Verein „Dunkelziffer“, der sexuell missbrauchten Kindern Hilfe bietet und auf dem Gebiet auch Prävention zum Beispiel an Schulen leistet, gekommen? „Ich unterstütze diese Organisation schon sehr lange, da lebte der Begründer des Vereins Herr Meyer-Andresen noch, das sind jetzt bestimmt 15 Jahre – und Harald ist durch mich dazu gekommen. Der Verein ist 1993 in Hamburg gegründet worden und kämpft mit Therapie, Beratung, Prävention und Fortbildung gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern an und gegen Kinderpornografie.“ Sie sagen nun: „Verheiratet zu sein ist ein anderes Gefühl!“ Können Sie das beschreiben und sind Sie nach den Flitterwochen nun mittlerweile im Alltag angekommen? „Sicher, aber unser Leben ist durch die Heirat natürlich nicht wirklich anders geworden, sondern unser Leben ist so wie es vorher auch war. Selbst wenn ich sage, das Gefühl ist ein bisschen ein anderes, dann kann ich das gar nicht näher beschreiben. Das ist mit Gefühlen ja nun einmal so, dass man sie gar nicht so genau beschreiben kann – und auch gar nicht so genau beschreiben will! Es fühlt sich gut an, verheiratet zu sein und das ist doch die Hauptsache.“ (strahlt wieder) Haben Sie es bisher so gesehen wie Ihr Mann zitiert wird, dass vor der Hochzeit immer noch ein kleines Hintertürchen offen war? „Ich würde das so nicht formulieren, wenn ich aber darüber nachdenke, dann wird es wahrscheinlich so etwas in der Art gewesen sein.“ Es soll so gewesen sein, dass Ihr Mann Ihnen immer mal wieder zwischendurch Anträge gemacht hat – auch mal in der Küche beim Kochen. „Ja, das stimmt.“ Fehlt Ihnen da jetzt etwas in der Beziehung? „Das ist jetzt nicht mehr der Fall, aber ich bin sicher, mein Mann wird sich etwas anderes schönes ausdenken, womit er mich erfreuen kann.“ (lächelt) Wie stellen Sie sich Ihren Hochzeitstag, den 7. Juli, in Zukunft vor? Soll der nach Möglichkeit zelebriert werden, sollte der eher zu zweit stattfinden oder kann der auch mal vergessen werden? „Ich wäre wahrscheinlich nachsichtig, wenn er ihn vergessen würde. Aber unser Plan ist schon, dass wir ihn nicht vergessen und dass wir ihn durchaus auch feiern wollen.“ Im Film ist es so, dass Hebamme und Bestatter regelrecht aufeinander prallen, jeder hat sein Ziel, keiner will nachgeben, es ist kein Kompromiss möglich und der Krach ist vorprogrammiert. Ist das bei Ihnen auch so möglich oder sind Sie ein Mensch, der eher nachgibt? „Ich habe kein Problem damit nachzugeben, ich bin da, glaube ich, ganz handzahm – ich muss es nur einsehen, warum ich nachgeben soll. Ich bin kein Mensch, der auf Deubel komm raus Recht haben will und behalten will, sondern wenn ich für mein Gefühl alles gesagt habe, was ich sagen wollte, konzentriere ich mich schnell auf eine Lösung. Das finde ich wichtig.“ Gibt es Momente und Situationen, durch die Sie richtig hochgehen können? Ist das, wenn etwas beim Drehen nicht funktioniert oder mehr der geklemmte Finger im Privaten? „Privat passiert mir das selten, denn da bin ich doch inzwischen relativ ausgeglichen und auch beruflich bin ich deutlich entspannter geworden, weil man einfach lernt, dass man die Dinge nicht unbedingt ändern kann. Was mich wirklich wütend macht, das sind Menschen, die ihre Arbeit nicht gut machen. Wenn ich am Set stehe, und sehe, dass manche sich lieber den Kopf kraueln als das zu tun, worum es geht, dann kann mich das durchaus wütend machen.“ Aber bei Ihrer starken Mutter-Sohn-Bindung könnte es trotzdem kein Flieger sein, der ausfällt, weil Sie dadurch einige Stunden später Zuhause sind und so weniger Zeit mit Ihrem Sohn haben? „Das hat mich früher fix und fertig gemacht, aber das tut es heute nicht mehr. Ich kann das halt nicht ändern und es kostet dann ja nur meine Kraft. Es nützt gar nichts, wenn ich mich dann wahnsinnig aufrege ich würde dann einfach nicht nur später, sondern auch noch unentspannt Zuhause ankommen.“ (schmunzelt) ©Wolfgang Wittenburg - Jegliche Infoauswertung honorarpflichtig (09/2009) |

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