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Christian Wolff Interview |
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zu: „Für immer Venedig“, 31. Oktober, 20.15 Uhr, ARD Der frühere Serienstar aus „Forsthaus Falkenau“ ist auf seinen einstigen Heimatsender, das ZDF, gar nicht gut zu sprechen und kehrt nun als Filmschauspieler wieder in seine alte Heimat, die ARD, zurück – ein ehrliches Interview Christian Wolff „Das ZDF hat mich in die Ecke gestellt!“ Rund 18 Jahre und stolze 220 Folgen lang war der in Berlin geborene Schauspieler Christian Wolff (71) als Oberförster Martin Rombach und Hauptdarsteller der ZDF-Serie „Forsthaus Falkenau“ ein regelmäßiger Bildschirmgast in vielen deutschen Wohnstuben. Ein plötzlicher Herzinfarkt hat den mit seiner dritten Ehefrau Marina (63) im idyllischen Aschau am Chiemsee lebenden Mimen vor vier Jahren dann zu Ausstieg aus dem anstrengenden Serienalltag gebracht. Eigentlich hatte Christian Wolff von Ruhestand nichts wissen wollen, sondern die Perspektive nur etwas weniger zu drehen. Nun ist der Sympathieträger und Hundeliebhaber als früherer Versicherungsmann und Hobbydetektiv in der humorvollen Liebesgeschichte „Für immer Venedig“ (Sendung: 31. Oktober, 20.,15 Uhr, ARD) endlich wieder für sein Publikum präsent – im ehrlichen Interview redet Christian Wolff über seine berufliche Perspektive, die sich noch nicht so erfüllt hat, was seiner Meinung nach auch mit seinem früheren Heimatsender, dem ZDF, zu tun hat: Bei der Zusage für die Hauptrolle in „Für immer Venedig“ (31. Oktober, 20.15 Uhr, ARD) hat für Sie auch der Drehort eine wichtige Rolle gespielt? „Natürlich, klar ist Venedig nicht nur als Traumkulisse für einen Film wunderbar, sondern auch für mich als Menschen sehr reizvoll. Jeder Drehtag begann mit einer Bootsfahrt von meinem Hotel zum jeweiligen Drehort und darauf habe ich mich schon fünf Wochen vor Beginn dieser Dreharbeiten gefreut. Diese Arbeit war ein großes Geschenk und sie bleibt für mich unvergessen.“ Sie haben nach Ihrem Ausstieg aus der ZDF-Serie „Forsthaus Falkenau“ gesagt, dass Sie nicht in den Ruhestand gehen, aber weniger arbeiten wollen – ist das so der Idealzustand, wenn die Arbeit dann auch noch im Süden stattfindet? „Ja, das ist richtig, es wäre die Vorstellung, aber es lässt sich nicht so ganz leicht realisieren, denn ein bisschen arbeiten ist so ziemlich das Schwierigste, was man machen kann. Ich weiß nicht, was da an den Schreibtischen jetzt möglicherweise geredet wird oder nicht geredet wird. Der eine sagt, der will nicht mehr, der andere, doch, ich habe gehört, der will doch noch, aber ist der nicht vielleicht krank. Und dann hängt mir wieder irgendjemand noch einen zweiten Herzinfarkt an, wie in diesem Jahr geschehen, der nicht stattgefunden hat. Das schafft Probleme, denn dann denkt jeder, ich bin ein Risiko.“ Ist das tatsächlich so? „Sicher, es ist nicht ganz einfach. Es ist ja schon ein Jahr her, dass wir ,Für immer Venedig‘ abgedreht haben und ich habe seit diesem Film nichts mehr gedreht, also ist meine Wunschvorstellung: die ersten zwei Jahre nach dem ,Forsthaus Falkenau‘ haben gut funktioniert, im letzten Jahr eingeschränkt, da war es nämlich nur der eine Film und in diesem Jahr noch mehr eingeschränkt, nämlich wahrscheinlich gar keiner.“ Dann darf es für Sie vom Arbeitspensum her ruhig mehr werden? „Richtig es dürfte ruhig mehr Arbeit werden, ich bin jedenfalls gesundheitlich topfit!“ (grinst) In der Rolle als früherer Versicherungsberaters Robert Frank sind Sie ein Prinzipienreiter – sind Sie persönlich bei Dreharbeiten in Venedig wieder Ihrem Prinzip treu geblieben, dass Ihre Ehefrau Sie während der Dreharbeiten – wie immer – besucht hat? „Das Wort Prinzipienreiter ist so negativ besetzt, auch im Film, deshalb sage ich nicht, ich bin ein Prinzipienreiter und nehme meine Frau immer zum Drehen mit, dann ist dass eine negative Entscheidung. Nein, dieses Prinzip ist da, aber, ich finde, es ist zu wenig, um darauf zu reiten.“ Sondern? „Seitdem meine Frau und ich uns kennen, hat keine Produktion stattgefunden, bei der mich meine Frau nicht besucht hat. Sie ist aber nicht die ganze Zeit da, denn das ging früher mit Kind nicht und dann ging es wegen der Hunde nicht, weil immer jemanden haben müssen, der dafür zur Verfügung stand – stand, weil einer der Hunde nicht mehr lebt und der zweite noch lebt, aber sehr schlecht. Aber meine Frau hat mich während einer Dreharbeit im Ausland immer besucht, das hat Prinzip und wir beide finden das gut so.“ Wenn Sie für „Forsthaus Falkenau“ 18 Jahre lang immer neun Monate im Jahr am Stück gedreht haben und dabei fast immer 10-Stunden-Drehtage gehabt haben, empfinden Sie Ihre Schauspielarbeit heute als heftiges runterschalten von 180 auf fast Null? „Nein, heftig war das überhaupt nicht, denn es ging ja doch ein bisschen fließend. 2006 und 2007 war das so, wie ich es mir das vorstellte, 2008 wurde es dann weniger und 2009 offensichtlich gar nicht. Ja, aber ich mache andere Sachen auch, ich mache Lesungen und bin in dem Sinne nicht ganz arbeitslos. Aber in Bezug auf das Drehen kommen nicht die Angebote, die mich interessieren. Es gibt den schönen Satz: Nur im Alter wird einem zugebilligt Nein zu sagen.“ Sind Sie enttäuscht? „Richtig ist, das es nicht ganz so ist, wie ich es mir vorstelle. ,Mein Sender‘ oder meine Heimat, das ZDF, hat mich ganz eindeutig irgendwo in die Ecke gestellt. Aus welchen Gründen, weiß ich nicht – wie mir jemand gesagt hat, ist es der berühmte Jugendwahn derzeit. Ich habe zwar von allen Beteiligten der Spitze, also vom Intendanten und vom Programmdirektor sogar schriftlich, dass sie sich über die weitere Zusammenarbeit freuen und so weiter, aber da findet gar nichts statt.“ Wie geht es weiter? „Ich bin ich sehr froh, dass ich bei der ARD fast in den Schoß der Familie zurück gekehrt bin, denn in meiner Generation haben alle mal unser Fernsehen bei der ARD begonnen, weil es das ZDF damals noch gar nicht gab und die Privaten noch viel später. Deshalb haben wir alle mal bei der ARD angegangen – und mein ersten Fernsehen sowieso, das war Anfang der 50er Jahre war alles in der ARD. Bis zu einer Episode ,Das Traumhotel‘ in China zusammen mit Gaby Dohm habe ich 20 Jahre lang nichts für die ARD gedreht und freue mich nun. Das lies sich bei der ARD so an, dass man uns beide nun wieder zusammen in einem Film hat – und nun ist es so wie immer, die Quote entscheidet über alles und dann werden wir sehen. Wenn wir den Menschen gefallen sollten und die Quote gut ist, dann, denke ich, wird das nicht das letzte sein, was ich für die ARD mache – und darüber freue ich mich sehr.“ Jetzt haben Sie es zumindest im Film geschafft, Vater einer Tochter zu sein. Im wahren Leben haben Sie zwei erwachsene Söhne – wäre eine Tochter ein Wunsch gewesen? „Eine Tochter zu haben wäre mein großer Wunsch gewesen! Und ich bin auch immer ganz angetan von meinen Filmtöchtern. In ,Für immer Venedig‘ ist es Susanne Gärtner und ich habe sie ein Jahr nach Ende der Dreharbeiten wieder gesehen und es ist wirklich so, als ob ich mein Kind in den Arm nehme und jedes Mal denke: Mein Gott, wäre das schön, auch so eine Tochter zu haben – das wäre wirklich ein großer Wunsch gewesen, ist aber nicht so.“ (strahlt) Wird der jetzt weiter in Richtung Enkeltochter getragen, denn Sie sollen darauf warten, Opa zu werden? „Ja, in gewisser Weise bin ich am 1. Oktober Opa geworden, denn mein größter Sohn hat eine junge Österreicherin St. Johann geheiratet, die eine 7-jährige Tochter hat und insofern habe ich ein angeheiratetes Enkelkind.“ Gratulation! Glauben Sie als Vater von sich, dass Sie zu einer Tochter etwas anders gewesen wären, als Sie es Ihren Söhnen gegenüber sind und waren? „Ich glaube, bei der Tochter ist man morgens um zwei da, um sie wo auch immer abzuholen, während man bei einem Sohn eher fragt, ob der nicht einen Freund hat, mit dem er fahren kann. Ich glaube das sicher. Die Frage ist rhetorisch und man kann das nur schwer beantworten.“ Aber Sie kennen sich hypothetisch doch sicher so weit? „Ich habe in den letzten zwei Jahren mit einigen jungen Kolleginnen gedreht, die meine Töchter im Film gespielt haben und es war jedes Mal ein so herzliches Verhältnis, dass ich schon glaube, ich wäre ein sehr liebevoller Tochter-Vater gewesen.“ Hat es Sie in gewisser Weise erstaunt, dass Sie als gebürtiger Berliner und Großstädter heute auf dem Land, im schönen Aschau am Chiemsee, leben? „Nein, ich habe vorher schon lange in München gelebt, denn das Berlin, in dem ich bis Mitte der 60er Jahre aufgewachsen bin, war durch den Mauerbau wie eine geschlossene Anstalt. Wir hatten ja nichts, wir konnten nicht raus, wir konnten damals nicht einmal in die DDR, denn der Westdeutsche durfte es, aber der Westberliner nicht. Berlin war wie eine Insel und wenn ein bisschen den Drang nach Freiheit hatte, dann war die Stadt ja furchtbar. Und insofern war meine Übersiedelung in Richtung Bayern, die aus privaten Gründen stattfand, das Glück meines Lebens. Ich bin dort erst richtig aufgelebt und habe auch erst gemerkt, was es heißt, in der Natur zu leben.“ Sind Sie nach wie vor ein Verfechter der Ehe? Ihr Eherezept ist, dass man möglichst viel Zeit miteinander teilt … „Ein Rezept für Eheglück gibt es sowieso nicht, denn die einen sagen, es ist das Rezept oft beisammen zu sein und die anderen schwören auf Distanz. Das ist alles Quatsch, sondern entweder passen Menschen zueinander und man ergänzt sich in seinen Empfindungen und Wünschen gegenseitig und dann funktioniert es. Sicherlich hat es in meinem Fall auch geholfen, dass ich zwei gescheiterte Ehen hinter mir habe, dass ich dadurch natürlich auch anders reagiere und etwas großzügiger in seinen Entscheidungen ist. Was heißt Verfechter der Ehe – ich bin gerne verheiratet!“ (strahlt) Ihr jüngerer Sohn Patrick Wolff (33), ist Schauspieler geworden. „Ja.“ Was macht Ihr älterer Sohn Sascha (42 aus Ihrer 2. Ehe mit der Schauspielerin Helga Lehner) von Beruf? „Schwer zu sagen, Sascha arbeitet in den neuen Medien. Also er hat schon mal sehr viel Geld verdient und hatte Niederlassungen in Berlin, Hamburg, London und München. Und dann kam er damals in diesen Neue-Medien-Crash, aber er arbeitet heute noch in dem Bereich.“ War der Berufswunsch des anderen Sohnes für Sie als Vater schwieriger zu akzeptieren? „Für mich war das sehr viel schwieriger, weil ich es ihm vergeblich versucht habe auszureden. Ich kann aber auch verstehen, dass Patrick sich das hat nicht ausreden lassen. Zu dem Zeitpunkt, als er vielleicht darüber nachgedacht hat, was er mal werden möchte, kannte Patrick nur einen erfolgreichen Vater. All die Dinge, die ich ihm versucht habe negativ darzustellen, die hat er nicht akzeptiert. Aber heute bin ich meinen beiden Söhnen sehr zufrieden.“ (lächelt) ©Wolfgang Wittenburg - Jede Infoauswertung ist honorarpflichtig (10/2009) |

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