Dieter Pfaff Interview

Interview mit Dieter Pfaff - Dieter Pfaff als Anwalt für den „kleinen“ Menschen - „Das Publikum hat Sehnsucht nach solchen Leuten!“

Am 10. Juli ist es runde 40 Jahre her, dass der Hamburger Vollblut-Schauspieler Dieter Pfaff (61) seine persönliche Traumfrau, die Filmproduzentin Eva (61), geheiratet hat. Aber was macht ein passionierter Mime wie das Schwergewicht von der Elbe an diesem Ehrentag wohl – Dieter Pfaff dreht natürlich und steht in der Rolle des TV-Psychologen Dr. Maximilian Bloch für den nächsten Film der erfolgreichen ARD-Sendereihe „Bloch“ mit dem Thema Stalking in Baden-Baden vor der Kamera. Zunächst aber startet mit 13 neue Folgen die dritte Staffel seiner beliebten ARD-Serie „Der Dicke“ (ab 7. Juli, dienstags, 20.15 Uhr) mit Dieter Pfaff in der Paraderolle als Hamburger Rechtsanwalt für die kleinen Leute. Während „Der Dicke“ von seiner Ex-Frau (Gisela Schneeberger) verlassen wird und auf eine neue Partnerin (Sabine Postel) nicht lange warten muss, ist Dieter Pfaff im Privatleben ein treuer und immer noch verliebter Ehemann. Im Interview erzählt der glückliche Zwillingsvater von Johanna (30, Regie-Assistentin) und Maximilian (Producer), wie er seine Frau am 40. Hochzeitstag trotzdem bedenkt und was dieses Ehe-Jubiläum für ihn bedeutet:

Nun gibt es 13 neue Folgen der Hauptabendserie „Der Dicke“ (ab 7. Juli, dienstags, 20.15 Uhr, ARD) und damit weitere Geschichten mitten aus dem Leben, eines Anwaltes für kleine Leute, keine Geldgier und keine Heldenfigur. Heften Sie sich diese Erfolgsgeschichte auch persönlich ans Reviers, auch wenn Filmarbeit immer Teamarbeit ist und der Autor Thorsten Näter einen Großteil zum Fundament beiträgt?

•„Film ist immer Teamarbeit und ohne den Thorsten Näter und die Nina Lenze als Produzentin und die Redakteurin Steffi Fromm ist das alles nicht denkbar, genauso ohne die Kollegen nicht. Ich weiß schon, dass ich dabei auch eine wichtige Rolle spiele, aber ohne die ist das alles nicht möglich – und dabei bleibt es auch.“ (lächelt)

Aber „Der Dicke“ und diese Art von Geschichten ist schon eine Arbeit, für die Sie gerne einstehen? Keine Gier nach Geld und auf die Zwischentöne der Mitmenschen achten, das sind Attribute, die heute eher etwas unter die Räder kommen.
„Absolut richtig und ich finde auch, wir haben, als wir vor vier Jahren mit der Serie ,Der Dicke' gestartet sind, etwas vorweg genommen, was dann auch in der Realität passierte. Und darauf sind wir alle, glaube ich, etwas stolz.“

Glauben Sie, dass es den Typ Anwalt wie Ihre Figur Gregor Ehrenberg einer ist, tatsächlich gibt? Haben Sie einen Menschen – vielleicht auch im Zuge der Serie und die Resonanz darauf – kennen gelernt?

„Ich habe Post von Anwälten bekommen: ,Sehr verehrter Herr Kollege und so weiter … mit großem Lob, und auch ich versuche, das hier und dort zu machen.‘ Ich habe auch Post von Zuschauern bekommen, die geschrieben haben: So einen Anwalt würde ich mir wünschen. Grundsätzlich glaube ich, erzählt man immer Märchen oder man erzählt von Utopien, denn sonst müssten wir einen Dokumentarfilm machen. Man erzählt in erster Linie auch von Träumen und Alpträumen und Sehnsüchten. Eigentlich ist es unwichtig, ob es so einen Menschen gibt oder nicht, dadurch, dass wir ihn machen, gibt es ihn und offensichtlich wirkt er auf die Leute und das Publikum hat Sehnsucht nach solchen Leuten.“

Wenn Sie die Möglichkeit haben, schauen Sie sich dann in „Der Dicke“ bei der Ausstrahlung an?

„Ich werde dann in Baden-Baden sein und den nächsten Film der Reihe ,Bloch' drehen und dann kommt es darauf an, wann wir am Abend aufhören zu drehen und ob ich Nachtdreh habe oder was immer. Insofern kann ich die Frage nicht pauschal mit ja beantworten, aber ich versuche es.“

Wenn Sie sich sehen, tun Sie das dann rundum zufrieden und entspannt oder sehr kritisch und angespannt?

„Das kommt ganz darauf an, in welcher Stimmung ich bin. Wenn die aktuelle Arbeit dazu führt, dass ich einen kritischen Blick habe, dann sehe ich einfach immer furchtbar viele Fehler und sage: Ach, das hätte ich anders spielen sollen. Manchmal gelingt es mir aber auch, das einfach zu genießen, wenn ich schön entspannt bin. Nun habe ich aber auch alle 13 Folgen zumindest im Rohschnitt schon gesehen – und ich bin ganz ruhig.“ (schmunzelt)

Wie verteilen sich diese 13 Filme?

„Auf 13 Wochen.“

Sie sind dafür bekannt, dass Sie in Ihre Filmarbeiten immer sehr involviert sind an jedem Drehtag mit Herzblut arbeiten. Wie gehen Sie damit um, wenn Veränderungen an so einem Projekt stattfinden – bei „Der Dicke“ ist eine Änderung, dass Ihre Kollegin Sabine Postel neu dazu kommt.

„Ich war sicherlich nicht froh darüber, dass die Gisela Schneeberger ging, aber es war ihr Wunsch, weil sie lieber in München arbeiten wollte und sie hatte dort wohl auch ein Angebot. Ich fand das schade, weil sie auf ihre Art und Weise was Komödiantik anbelangt ziemlich genial ist und insofern war das traurig. Dann war ich für ,Unicef' in Bremen und traf dort Sabine Postel, die hat mich in den Arm genommen gesagt, ihr dreht da so etwas Tolles und ich würde da so gerne mitspielen. Da habe ich gesagt: Das ist ja großartig, denn wir suchen gerade eine neue Partnerin für mich. (lächelt) Dann habe ich Sabine Postel vorgeschlagen und sie wurde es dann auch – und ich bin darüber sehr glücklich und es läuft wunderbar.“

Wann scheidet Gisela Schneeberger definitiv aus?

„Nach den ersten drei Folgen der neuen Staffel, die dritte Folge, die läuft, ist dann ihre letzte.“

Berührt Sie das? Sind Sie da sehr traurig oder ist das für Sie als Schauspieler aus Leidenschaft auch eine Entwicklung und Veränderung? Was macht es mit Ihnen, wenn wie bei „Bloch“ der Weggang dessen Tochter, gespielt von Katharina Wackernagel passiert, die beschlossen hat, das zehn Filme in fünf Jahren ihr reichen.

„Das ist schon so, dass ich Katharina sehr vermisse. Katharina Wackernagel und unsere Kinder sind in etwa gleich alt und das war für mich auch privat ein wirkliches töchterliches Gefühl zu ihr. Ich kann sie verstehen, sie will halt jetzt die großen Rollen spielen, aber für den Bloch fehlt sie mir als Gesprächspartnerin, einer jungen Psychologin, die noch mal einen anderen Zugriff und auch auf ihren Vater hat. Das fehlt mir richtig, das muss ich sagen.“

Was können Sie über den neuen „Bloch“-Film sagen, dessen Dreharbeit für Sie als Nächstes in Baden-Baden ansteht?

„Das ist eine Geschichte, in der es um Stalking geht. Bloch begegnet einer Frau, die ihn und seine Lebenspartnerin stalkt und das ist nicht sehr angenehm, geht sehr weit und wird sehr heftig - und ein tolles Buch.“

Wie sind Ihre Erinnerungen an die Dreharbeiten zur dritten Staffel „Der Dicke“ in Ihrem Wohnort Hamburg? Waren es wieder sieben Monate, in denen Sie sehr konzentriert gearbeitet haben, viel Text lernen mussten, eine Sieben-Tage-Woche hatten und – wie Sie es beim letzten Mal gesagt haben – nur zwischendurch Ihre Frau küssen konnten?

„Bei ,Bloch' haben wir fast Privilegien, denn wir drehen 24 Tage an einem Film. Das ist etwas Tolles, denn man hat einfach mehr Zeit, auch etwas zu entwickeln. Bei ,Der Dicke' ist das anders, das geht in ziemlich kurzer Zeit und man muss sehr viele Hausaufgaben machen, um so eine Qualität zu erreichen. Insofern ist diese Drehzeit schon sehr heftig, aber dadurch, dass Sabine Postel dabei ist und mir teilweise dann auch einfach Sachen abnimmt, wir uns das ein bisschen mehr aufteilen, habe ich schon mal einen oder zwei Tage zwischendurch frei gehabt. (lächelt) Und das ist ja schon mal was.“

Was steht für Sie beruflich nach dem nächsten „Bloch“ in Baden-Baden an?

„Dann mache ich eine Sommerpause und da mache ich, wenn nicht noch irgendein tolles Ding kommt, zwei Monate lang gar nichts. Und dann kommt Ende September wieder ein ,Bloch' in Baden-Baden, aber darüber weiß ich noch gar nichts.“

In jedem Fall bleibt Ihnen in diesem Jahr Zeit mal wieder für Urlaub?

„Ja, da bleibt Zeit für Urlaub, wobei ich gar nicht weiß, was ich dann mache. Ich habe da wirklich keine Ahnung.“

Werden Sie da eiskalt erwischt, wenn plötzlich zwei Monate ohne Filmarbeit da sind?

„Ich weiß nur, ich drehe dann zwei weitere ,Bloch'-Filme in Köln und wenn die Quoten für die ARD gut sind, dann würde ich erst ab August 2010 ,Der Dicke' weiter drehen können.“

Wie stehen Sie heute zum plötzlichen Ende des ZDF-Samstagskrimi „Sperling“ mit Ihnen in der Hauptrolle? Einerseits sagen Sie, dass man akzeptieren können muss, ist das aber anderseits nicht schwieriger, wenn man in Filmprojekte so sehr involviert ist wie Sie es immer sind?

„Sicher ist es zwiespältig, aber ich bin mit einem Produzenten und einem Autor dabei, neue Dinge zu entwickeln.“

Sie haben am 10. Juli Ihren 40. Hochzeitstag. Was sagt Ihre Frau, ist die Zeit ohne Dreharbeiten mit Dieter Pfaff schwieriger oder ist das eher die Knochenzeit, woIhre Frau zwischen drinnen wie eine kleine Insel ist?

„Ich glaube, was für uns beide immer schwierig ist, ist die Zeit, wenn ich aufhöre zu drehen. Dann brauche ich einen gewissen Abstand, um mich sozusagen wieder in die allgemeine häusliche Arbeit einzuklinken, die in der Zeit, wo ich drehe, ohne mich stattfindet. Das ist immer eine etwas schwierige Zeit.“

Aber jemand, der sonst eine feste Dispo hat, zu einer bestimmten Zeit abgeholt und gebracht wird, dann in die Maske muss …

„Ja, das ist in Hamburg ganz wunderbar, denn da kehre ich am Feierabend nach Hause zurück. In Baden-Baden ist das schwieriger, denn über die Drehzeit komme ich da gar nicht nach Hamburg und das ist dann sehr viel schwieriger.“

Ist Ihre Frau bei Dreharbeiten, die woanders stattfinden, dabei?

„Wir fliegen am Samstag gemeinsam nach Baden-Baden und sie ist dann die ersten acht Tage dort. Dann fliegt meine Frau nach Hause und ob sie dann noch mal kommt, müssen wir sehen.“

Aber das Beeinträchtigt Sie in Ihrer Arbeit nicht oder gibt es Drehtage, die Ihnen bevorstehen und die Sie deshalb regelrecht für Privates blockieren?

„Jeder Drehtag ist für mich schwierig, es gibt wenige, die nicht schwierig sind.“

Wissen Sie, was Sie an Ihrem 40. Hochzeitstag, dem 10. Juli, tun werden?

„Ja, ich werde drehen. (lächelt) Ich bin in Baden-Baden und drehe. Und dann rufe ich meine Frau an und sage: Herzlichen Glückwunsch zu mir. (lacht) Oder so ähnlich und ich werde ihr mit Sicherheit einen schönen Blumenstrauß schicken, denn etwas anderes ist leider nicht möglich.“

Wäre Ihnen denn eine große Feier recht gewesen?

„Ach, der 40. Hochzeitstag ist ja nicht so ein offizieller, da muss ich wohl zehn Jahre bis zur Goldenen Hochzeit warten und das kann ich auch. Unsere Silberhochzeit haben wir ordentlich gefeiert.“

Sie haben am 10. Juli Ihren 40. Hochzeitstag. Was sagt Ihre Frau, ist die Zeit ohne Dreharbeiten mit Dieter Pfaff schwieriger oder ist das eher die Knochenzeit, wo Ihre Frau zwischen drinnen wie eine kleine Insel ist?

„Ich glaube, was für uns beide immer schwierig ist, ist die Zeit, wenn ich aufhöre zu drehen. Dann brauche ich einen gewissen Abstand, um mich sozusagen wieder in die allgemeine häusliche Arbeit einzuklinken, die in der Zeit, wo ich drehe, ohne mich stattfindet. Das ist immer eine etwas schwierige Zeit.“

Aber jemand, der sonst eine feste Dispo hat, zu einer bestimmten Zeit abgeholt und gebracht wird, dann in die Maske muss …

„Ja, das ist in Hamburg ganz wunderbar, denn da kehre ich am Feierabend nach Hause zurück. In Baden-Baden ist das schwieriger, denn über die Drehzeit komme ich da gar nicht nach Hamburg und das ist dann sehr viel schwieriger.“

Ist Ihre Frau bei Dreharbeiten, die woanders stattfinden, dabei?

„Wir fliegen am Samstag gemeinsam nach Baden-Baden und sie ist dann die ersten acht Tage dort. Dann fliegt meine Frau nach Hause und ob sie dann noch mal kommt, müssen wir sehen.“

Aber das Beeinträchtigt Sie in Ihrer Arbeit nicht oder gibt es Drehtage, die Ihnen bevorstehen und die Sie deshalb regelrecht für Privates blockieren?

„Jeder Drehtag ist für mich schwierig, es gibt wenige, die nicht schwierig sind.“

Wissen Sie, was Sie an Ihrem 40. Hochzeitstag, dem 10. Juli, tun werden?

„Ja, ich werde drehen. (lächelt) Ich bin in Baden-Baden und drehe. Und dann rufe ich meine Frau an und sage: Herzlichen Glückwunsch zu mir. (lacht) Oder so ähnlich und ich werde ihr mit Sicherheit einen schönen Blumenstrauß schicken, denn etwas anderes ist leider nicht möglich.“

©Wolfgang Wittenburg - Jede Art der Infoauswertung ist honorarpflichtig (06/2009)

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