Erol Sander Interview

zu: „Mordkommission Istanbul – Mord am Bosporus“, 5. November, 20.15 Uhr, ARD

Trotz über 50 Filmen als Gutmensch, Arzt und Kommissar in nur sieben Karrierejahren hat der smarte Wahl-Münchner Frau und Kind nie vernachlässigt – ganz im Gegenteil, nun wird seine Familie ausgebaut

Erol Sander

„Wir haben die Ehre, ,Mordkommission Istanbul‘ weiter zu drehen!“

Dem smarten Filmschauspieler Erol Sander (wird am 9. November 41) fliegen Frauenherzen massenweise zu, aber im wahren ist der in Istanbul geborene Wahl-Münchner längst seit zehn Jahren überglücklich mit der Französin Caroline (34) verheiratet. Trotz über 50 Filmrollen als Gutmensch, Arzt und Kommissar hat der ebenso leidenschaftliche Familienmensch Erol Sander Frau und Kind niemals vernachlässigt. Im spannenden TV-Krimi „Mordkommission Istanbul – Mord am Bosporus“ (Sendung: 5. November) ist Erol Sander wieder als Kommissar Mehmet Özakin zu sehen und in „Mord in bester Gesellschaft – Das eitle Gesicht des Todes“ (Sendung: 19. November, jeweils 20.15 Uhr, ARD) als Professor und Leiter einer privaten Schönheitsklinik. Momentan dreht Erol Sander in Österreich den fünften Film der Reihe „Die Alpenklinik“ mit ihm als Herzchirurg Dr. Daniel Guth in der Hauptrolle und dann steht der dritte Dreh „Mordkommission Istanbul“ in der Türkei an. Wie der TV-Liebling und Familienmensch im ehrlichen Interview verrät, gibt es für ihn im Frühjahr fernab des Berufes ein ganz anderes „Projekt“, auf das er sich wahnsinnig freut – da wird seine Familie neben Sohn Marlon (7) nämlich um einen Jungen erweitert:

Wegen des Quotenerfolges des ersten Films ist „Mordkommission Istanbul“ zum Mehrteiler geworden. Es soll in Zukunft zwei Filme pro Jahr geben und „Mord am Bosporus“ (Sendung: 5. November, 20.15 Uhr, ARD) ist der nächste. Haben Sie das geahnt oder sind Sie davon überrascht?

„Wichtig ist einfach, dass wir mit neuen, großen und spannenden Bildern unterhalten, mit neuen Schauspieler-Kollegen und neuen Stories in einer mysteriösen und geheimnisvollen Stadt. Das hat den Zuschauern, glaube ich, Spaß gemacht, das hat sie an dem Abend unterhalten und wir haben die Ehre bekommen, weitere Folgen ,Mordkommission Istanbul‘ zu drehen.“ (lächelt)

Wenn man den Vorspann verfolgt, dann fällt auf, dass Sie vor Ort auch mit vielen türkischen Kollegen im Team zusammen arbeiten?

„Ja, da wir in Istanbul drehen, nehmen wir die Schauspieler, die vor Ort sind.“

Aber Sie haben keinen türkischen Regisseur – wäre das für Sie reizvoll oder lassen Sie sich als jemand, der seit seinem vierten Lebensjahr in München lebt und Hauptperson in einem deutschen Mehrteiler ist, lieber von einem deutschen Regisseur führen?

(grinst): „Da müsste man mal Fatih Akim fragen. Das müsste man die Produzentin und die ARD fragen, aber das wäre für mich sicher mal interessant.“

Zum Schluss des Films tanzt Kommissar Mehmet Özakon nach einigen Turbulenzen zuvor mit seiner Frau Tango – sind Sie persönlich ein guter Tänzer oder ist das gut gespielt?

„Es war gut geschauspielert, denn ich habe Tanzen nie groß gelernt. Ich habe mich darauf vorbereitet, aber es ist im Film so, das sind kleine Sequenzen und dann kann man viel improvisieren, trotzdem sollte man aber das Grundprinzip des Tango schon verstehen.“ (grinst)

Im Film ist es schön anzusehen – sagt Ihre Ehefrau Zuhause beim Sehen dieser Szene, das sollte mein Mann mit mir auch mal machen oder weiß sie, das es gut gespielt und improvisiert ist?

„Meine Frau und ich, wir tanzen höchstens Walzer und Schieber – und das wäre es.“ (lächelt)

Im Wohnzimmer bei Ihnen Zuhause oder gehen Sie zum Tanzen aus?

„Auch in unserem Wohnzimmer, Zuhause, ab und zu, oder aber in der Wildnis, in Afrika – plötzlich mit ein bisschen Musik dazu. Es kann immer passieren, Hauptsache wir sind glücklich und genießen diesen Moment!“ (lacht)

Dann sind Sie aber schon eher ein Tänzer?

„Man sollte schon ein bisschen Rhythmusgefühl besitzen, es ist aber auch nicht schlimm, wenn das nicht da ist. Ich finde, man muss nicht einen Tanz können, um tanzen zu dürfen, sondern man muss einfach nur locker und glücklich sein. Der Körper verlangt ab und zu, dass man gewisse Bewegungen rauslässt, weil das emotional ist – und deswegen sollte jeder tanzen, wenn er dazu Lust hat.“

Sie selbst sind seit 10 Jahren verheiratet, haben eine Familie, einen 7-jährigen Sohn und erwarten im Frühjahr das zweite Kind – wie wichtig ist es für Sie als Familienmensch, dass Sie auch einen Kommissar mit Privatleben spielen?

„Der Charakter des Kommissar Özakin ist vorgeschrieben. Jeder Charakter hat eine Idee, es gibt für sie immer eine Begründung und eine Geschichte – und die versuchen wir als Schauspieler umzusetzen.“

Es hätte ja sein können, dass Sie sich dafür stark gemacht haben, weil diese Charaktereigenschaft zu Ihnen passt und es einige Kommissare ohne Privatleben gibt.

„Das ist richtig, hier passt es zu mir. Ich bin ein leidenschaftlicher Kommissar, der für Ehrlichkeit, Disziplin und für Gerechtigkeit kämpft und er braucht natürlich die Unterstützung von seiner Frau – er hat eine Leidenschaft. Wie auch meine Frau meine Leidenschaft als Schauspieler kennt, so kennt Özakins Frau seine Passion als Ermittler, er lebt für die Utopie, er lebt für die Gerechtigkeit und für die Geradlinigkeit. Aber im selben Moment bekocht er genauso leidenschaftlich seine Frau, weil er sie liebt.“

In „Mordkommission Istanbul – Mord am Bosporus“ wimmelt es nur so von türkischen Ehemännern, die fremd gehen – was sagen Sie dazu? Ist das gesellschaftsbedingt und können Sie das für sich ausschließen?

„Ich würde das überhaupt nicht nationalisieren, sondern das kann jeder Frauen auf der Welt passieren. Und wenn Frauen mit diesen schweren Gefühlen leben müssen, und sich nicht äußern können, dann gibt ihnen das Internet weltweit die Möglichkeit, mit anderen Frauen diese Erfahrungen auszutauschen. Die Frauen im Film, die nützen das Internet, um ihre Gefühle loszuwerden – das Problem ist, sie treffen dabei auf jemanden, der sehr extrem darüber denkt – und den müssen wir finden.“

Was meinen Sie, sind Sie vor der Versuchung eines Seitensprungs gefeit?

„Ich bin seit 14 Jahren mit meiner Frau zusammen und seit 10 Jahren glücklich mit meiner Frau verheiratet – und ich hoffe schwer, dass wir mindestens weitere 200 Jahre so glücklich zusammen leben.“ (lächelt)

Mit welchen Gefühlen sehen Sie dem Frühjahr 2010 entgegen?

„Mit sehr glücklichen Gefühlen, als zum zweiten Mal werdender Vater mit einer wunderbaren Ehefrau und Mutter, die hoffentlich einen gesunden Jungen für uns alle auf die Welt bringt.“ (strahlt)

Sie wissen schon, dass es wieder ein Junge ist?

„Ja.“

Steht auch schon ein Name fest?

„Den verrate ich nicht.“

Ist es bei Ihnen so, wie bei einigen anderen werdenden Eltern auch, ist die Namensfindung auch eine schwere Geburt?

„Nein, wir haben schon vier oder fünf Namen, aber wir sind noch am deichseln wie wir den Jungen nennen wollen.“

Entscheiden Sie das dann, wenn Sie das Baby sehen – das sollen auch viele tun?

„Wir nicht, wir entscheiden das schon vorher.“

Was sagt Ihr Sohn Marlon zu einem Brüderchen?

„Marlon war mit entscheidend dafür, wir haben es ja nicht so gemacht, dass wir einfach nach dem Hau-Ruck-Prinzip vorgegangen sind, sondern Marlon wollte auch ein Geschwisterchen haben und deswegen haben wir es auch in Angriff genommen … und wenn der Marlon dafür ist, dann machen wir es.“ (schmunzelt)

Sie haben mal gesagt, wenn der Anbau Ihrer Wohnung in München fertig ist, dann kann Zuwachs kommen – das hört sich so an, als wenn Sie Leben planen oder sind Sie nur Optimist?

„Beides! Sicher sage ich, wenn die Umstände gut sind, dann kann es passieren. Es kommt ein neuer Mensch auf diese Welt, in diese Gesellschaft, und dieser Mensch braucht viel Liebe und Aufmerksamkeit. Das braucht Vorbereitung, und wenn diese Vorbereitung nicht da ist, dann ist es nicht gut. Wenn alles vorbereitet ist, dann ist es immer gut, denn dann kann man alles ein bisschen harmonischer gestalten. Jedes mal auf Kinderüberraschung zu machen, das mag ich gar nicht, sondern ich finde es schön, wenn wir wissen, da kommt jetzt dieses Kind auf diese schöne Welt und wir bereiten dafür alles vor, damit es glücklich sein kann und spielen kann und sich wohlfühlen kann.“

Die Familien-Managerin, Ihre Ehefrau, hat grünes Licht gegeben?

„Wir haben alle zusammen abgenickt, denn das ist eine Frage von drei Personen – die Hunde haben wir nicht gefragt, aber Marlon, Caroline und ich haben das einfach zusammen entschieden.“

Können Sie sich für Ihr Leben etwas anders vorstellen? Wäre eine Auszeit für die Familie eine Option für Erol Sander oder sagt Ihre Frau, dass sie das Familien-Management hat und Sie ihr bitte nicht dazwischen funken?

„Meine Frau hat sich erstmal selber dazu entschieden, nicht zu arbeiten und sich um die Familie zu kümmern. Meine Frau ist eine große Unternehmerin, sie stützt mich in meiner Leidenschaft, sie stützt mich als Mensch, sie stützt mich in meiner Arbeit, sie stützt uns alle – und das versuchen wir, genauso gut für sie zu tun. Mein Hobby ist meine Familie, meine Freizeit ist meine Familie, mein Leben ist meine Familie – und danach steht der Beruf an zweiter Position.“

Wollen Sie bei der Geburt dabei sein?

„Wenn die Möglichkeit da ist, auf jeden Fall.“

Wenn Sie die Kindheit Ihres Sohnes mit Ihrer eigenen vergleichen, haben Sie viel aus Ihrer Kinderstube übernommen?

„Man darf eines nicht vergessen, ich komme aus einer Familie, die nicht die Möglichkeiten hatte wie wir. Meine Familie hat in Deutschland angefangen, zu dritt, meine Mutter mit zwei Kindern, auf 12 Quadratmetern in München. Ich hatte bis zu meinem 10. Lebensjahr fünf Matchbox-Autos und ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel.“

Wäre das andere Extrem ein Fehler, Ihren Sohn deshalb nun mit Spielzeug zu überschütten?

„Meine Frau, Caroline, im Gegensatz dazu, hatte auch alles. Ich möchte meine Kindheitsträume noch mal nachleben, das heißt, Marlon bekommt von uns beiden viel. In der Hinsicht ist unser Sohn verwöhnt. Nur, so lange er mit dem Zeug spielt und sich auch alleine beschäftigen kann und, so lange er seine Grenzen hat, ist alles okay.“

 

©Wolfgang Wittenburg - Jegliche Infoauswertung ist honorarpflichtig (10/2009)

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