Mysterious Women Magazin

Interview - Sandra Maischberger

 

Sandra Maischberger – bleibt der ARD treu!

 

Rechtzeitig zur 250. Ausgabe der ARD-Talkshow „Menschen bei Maischberger“ (Sendung war am 17. November) möchte die ARD den Vertag mit ihrer 43-jährigen Moderatorin um zwei weitere Jahre bis 2012 verlängern. Laut WDR ist der Vertrag unterschriftsreif und umfasst 40 Sendungen „Menschen bei Maischberger“ pro Jahr! Hat sie am Anfang gedacht, dass es 250 Sendungen werden? Sandra Maischberger: „Ich dachte schon, dass wir eine Sendung machen, die eine Dauer hat, das ja. Es sah im ersten Jahr so aus, als ob wir Schwierigkeiten mit dem Konzept bekommen würden, mit dem wir gestartet sind. Aber das haben wir ja dann auch schnell verändert und eigentlich fange ich nichts an, ohne zu denken, das wird eine Weile dauern.“ Damit bleibt Sandra Maischberger der ARD treu, denn auch mit ihrer Berliner Produktionsfirma „Vincent Television“ liefert die Wahl-Berlinerin und Vorzeige-Journalisten immer wieder wertvolle Dokumentation wie zuletzt „Kasse gegen Privat“ und auch das TV-Porträt „Helmut Schmidt außer Dienst“ ist unvergessen. Gibt es aus ihrer Produktion mal wieder so eine ähnliche Dokumentation wie die über den Altkanzler? „Wir machen gerade einen Film über Richard von Weizsäcker, der im April nächsten Jahres 90 wird – und dann wird es eine Dokumentation über ihn geben.“ Wird – wie bei Helmut Schmidt geschehen – wieder eine Büste des Politikers für den Film angefertigt, wo die Arbeit des Bildhauers im Vor- und Abspann zu sehen ist? „Nein, es ist ein anderer Mann, es ist ein anderer Politiker und deswegen wird es auch ein anderer Film werden, aber in derselben Konstellation, also ich drehe wieder mit meinem Mann Jan Kerhart an der Kamera und das macht auch wieder richtig Spaß. Ich habe das bisher gedrehte Material gesichtet und ich habe noch sehr viel mehr Archivmaterial gesichtet, deswegen kann ich sagen, es wird ein etwas anderer Film, aber es macht großen Spaß sich mit diesem Staatsmann zu beschäftigen.“

©Wolfgang Wittenburg - Infoauswertung honorarpflichtig (11/2009)

 

 

Interview

Als Talkshow-Moderatorin setzt sie ihre journalistische Marke und macht auch sonst durch guten TV-Journalismus auf sich aufmerksam. Für die Dokumentation „Kasse gegen Privat“ haben Sandra Maischberger und ihr Ehemann Jan Kerhart einmal mehr zusammen gearbeitet

Sandra Maischberger

„Ich gehe selten zum Arzt!“

Journalistin ist Sandra Maischberger (43) mit Herz und Seele und wer die gebürtige Münchnerin kennt, persönlich oder via Bildschirm, der weiß, dass sie stets mit großer Leidenschaft arbeitet. Waren es früher Sendungen wie „Live aus dem Schlachthof“ (Bayerisches Fernsehen) und „0137“ (premiere), präsentiert die sympathische Wahl-Berlinerin heute im sechsten Jahr ihre ARD-Talkshow „Menschen bei Maischberger“ (dienstags, 22.45 Uhr) und setzt damit ihre eigene journalistische Marke im Talkshow-Bereich des deutschen Fernsehens. Auch gut gemachte Reportagen wie vor zwei Jahren „Helmut Schmidt außer Dienst“ (zum 90. Geburtstag des früheren Bundeskanzlers) kommen aus ihrer Berliner Produktionsfirma „Vincent Television“. In der ebenso gut gemachten wie sehenswerten Dokumentation „Kasse gegen Privat“ (31. August, 21.00 Uhr, ARD) beschäftigt sich Sandra Maischberger jetzt mit der Zweiklassengesellschaft in unserem Gesundheitswesen. Nach einem dreiviertel Jahr Recherche durch den Autor Ulrich Stein hat Sandra Maischberger mit laufender Kamera Arztpraxen und Krankenhäuser in Hamburg, Berlin, Köln und Bottrop besucht und mit Patienten, Ärzten und Pflegepersonal über Leistungseinschränkungen bei Kassenpatienten und den wachsenden ökonomischen Druck in der Gesundheitsvorsorge gesprochen. Als Fazit dieser TV-Arbeit (bei der erst im letzten Drittel der SPD-Gesundsexperte Professor Karl Lauterbach auftaucht!) erhält der Patient den Ratschlag, die drei K‘s mal anders anzuwenden: Kundig machen, Kümmern und Kämpfen – und im Interview verrät die TV-Journalistin wie sie krankenversichert ist und welche TV-Projekte in Zukunft anstehen:

Im Vorspann zu Ihrer interessanten und sehenswerten ARD-Dokumentation „Kasse gegen Privat“ (31. August, 21.00 Uhr) gehen Sie im Menschengewühl durch eine City – wie lange haben Sie gebracht, um diesen Vorspann fertig zu stellen und wo war das?

(lächelt): „Ich gebe es zu, das war in Berlin, am Wohnort, weil das dann natürlich leichter zu drehen ist. Wir haben in der Tat an insgesamt drei Tagen gedreht, einfach deshalb weil einmal ein Platzregen kam, das zweite Mal die Location insofern nicht gut ausgewählt war, weil plötzlich keine Menschen da waren. Als wir dann den richtigen Platz und das richtige Wetter hatten, gingen diese Aufnahmen schnell, aber bis dahin hatten wir etwas zu gesucht.“

Das heißt, Sie können sich in Berlin gut als Normalbürgerin unters Volk mischen und durch die Straßen gehen oder war da nicht doch der eine oder andere, der die Aufnahme geschmissen hat, weil er gesagt hat: Moment, Frau Maischberger, gehen Sie nicht so schnell vorbei!

(grinst): „Genau, so ist das, aber wir hatten am Schluss ein Sammelsurium der Aufnahmen. Durchaus kam ab und zu mal einer vorbei und grüßte oder hielt mich auf. Aber das ist in Berlin noch ein bisschen entspannter, die meisten gehen dann doch vorbei und die Leute, die stehen blieben, waren fast alles Touristen und einmal Karl Lauterbach, den wir – nachdem wir für die Doku ein Interview geführt hatten –, dann zufällig auch noch in Berlin bei dem Dreh auf der Straße trafen.“ (lächelt wieder)

Bekommen Sie einen realen Eindruck, wenn Sie als Journalistin mit Filmteam ein Krankenhaus betreten wie hier zum Beispiel die „Asklepios Klinik Hamburg-Altona“? Wird da nicht gesagt, wenn die sympathische Frau Maischberger vom Fernsehen kommt, dann wischen wir vorher durch und leeren die Papierkörbe?

„Nein, das glaube ich nicht. Wir waren bei der ,Asklepios-Klinik Altona‘ vor allem in Begleitung, es war der Pressesprecher der Klinik bei jedem Interview dabei und er hat aufgepasst, dass wir auch das machen, was vereinbart war. Ich glaube aber nicht, dass es ein geschönter Eindruck war. Sie können ein solch großes Haus nicht von oben bis unten aufräumen, nur weil jetzt Frau Maischberger kommt.“

Sie haben dieses große Haus von oben bis unten zu sehen bekommen?

(grinst): „Wir sind immerhin in mehreren Etagen gewesen und ich muss wirklich sagen, dass die Ärzteschaft wunderbar ist. Die Mediziner, die wir da getroffen haben, waren irrsinnig hilfreich und es sind auch solche Ärzte, wo man selber sagt, wenn man krank werden würde, in dieser Richtung, würde man gerne diese Experten haben. Krankenhaus-Ärzte machen einen wirklich harten Job, verdammt noch mal. Sie werden natürlich von ihrer Klinikleitung auch beäugt und insofern ist es auch mutig, sich für so eine Dokumentation zur Verfügung zu stellen.“

Wie sind Sie krankenversichert?

„Ich bin seit Anfang 20 privat versichert, weil ich damals verglichen habe und das für mich der günstige Weg gewesen ist.“

Haben Sie dadurch heute die größeren Vorteile oder kommt Ihnen auch noch Ihre Popularität zugute – was meinen Sie?

„Das kann man nicht mehr auseinander nehmen. Ich glaube, Ulla Schmidt ist gesetzlich versichert, aber kann natürlich auch mit dem Ulla-Schmidt-Bonus oder –Manus rechnen, je nachdem. Ich denke, wir sind als Patienten nicht aussagekräftig. Das, was wir erleben, wenn man prominent ist, kann man wirklich ernsthaft nicht in irgendeinen Vergleich stellen. Das kann ich Ihnen nicht beantworten.“

Wenn aber zum Beispiel ein in Hamburg populärer Moderator eine komplizierte Kopf-Operation hat, dann stehen schonmal drei oder vier Professoren am OP-Tisch, was den Patienten schon merkwürdig überrascht hat.

„Als ich mit Wehen ins Krankenhaus kam, war der Chefarzt nicht da, weil es Samstagnacht war und er in der Oper war. Ich musste warten, bis er kam, denn er wollte das selber machen, wobei ich zu dem Zeitpunkt jeden Mediziner genommen hätte. (schmunzelt) Ich glaube aber, auch bei mir wäre es so, wenn ich gesetzlich versichert wäre, würden die Ärzte trotzdem versuchen, mich vorzuziehen. Ich versuche das ohnehin abzublocken, da, wo ich es kann, weil ich es einfach nicht in Ordnung finde. Wenn ich in ein volles Wartezimmer komme und dann schneller dran bin, bleibe ich häufig mal auch sitzen, aber das ist nun mal so.“

Wächst Ihr Sohn dahingehend anders auf als Sie es getan haben?

„Keine Ahnung, er ist jetzt zweieinhalb.“

Waren Ihre Eltern gesetzlich versichert und Sie haben da mit der Zeit Unterschiede bemerkt?

„Nein, ich glaube, in der Zeit, in der meine Eltern gesetzlich versichert waren, war das auch noch anders. Ich denke, dass die Unterschiede heute größer sind als zu dieser Zeit, also in den 60er und 70er Jahren. Ich weiß nur, jetzt, als Privat-Versicherte zahle ich für meinen Sohn natürlich auch schon mit. Wenn Sie so wollen, ist das ein sehr greifbarer Unterschied. Natürlich ist mein Krankenkassenbeitrag jetzt auch nicht mehr günstiger als in der Gesetzlichen, so, wie das eben ist, wenn man das Angebot mit Anfang 20 bekommt. Im Moment rechnet es sich im Sinne von Beiträgen nicht mehr, dadurch dass man für das kleine Kind auch schon vollen Beitrag bezahlt, Kinderbeitrag zwar, aber immerhin.“

Der Gedanke zu einer TV-Dokumentation über die Zweiklassengesellschaft im Gesundheitswesen ist durch ein langes und intensives Gespräch von Ihnen mit der NDR-Journalistin Patricia Schlesinger geboren worden. Sind Sie auch als Mutter durch die U-Untersuchungen Ihres Sohnes noch mal anders mit dem Thema konfrontiert und war es von daher Ihr Anliegen?

„Nein, das hatte damit gar nichts zu tun. Das Thema ist einfach da und unsere Motivation war eher eine politische, denn eine aus dem privaten Bereich.“ 

Welche Einstellung haben Sie zur Ärzteschaft? Gibt es einen Hausarzt? Lassen Sie Vorsorgeuntersuchungen machen?

(lächelt): „Das Problem ist, ich bin in den letzten Jahren so häufig umgezogen, ich hätte gerne einen Hausarzt gefunden, ich habe mich aber in der Tat darum noch nicht gekümmert. Ich habe Ärzte für bestimmte Bereiche, ich habe einen festen Zahnarzt und ich habe eine Frauenärztin, aber einen Hausarzt in dem Sinne habe ich in Berlin noch gar nicht gefunden.“

Aber Sie wohnen doch schon etwas länger dort?

„Ja, aber ich bin sehr lange gependelt und so oft gehe ich nun auch nicht zum Arzt, außer Standardgeschichten wie Zahnarzt.“

Ist Vorsorgeuntersuchung für Sie ein Thema?

„Ja, klar, natürlich, aber das ist bei mir meistens eben die Frauenärztin und dann gibt es einmal aller paar Jahre einen Check, den man macht, aber ich gehe selten zum Arzt.“

Ihr Mann Jan Kerhart hat Sie bei der Dokumentation „Kasse gegen Privat“ wieder als Kameramann unterstützt. Wenn Sie mit eigener Produktionsfirma arbeiten und Ihr Mann mit, besteht die Gefahr, dass die Geschäftsfrau Sandra Maischberger dann mal der Journalistin im Wege steht?

„Nein, nie. Ganz im Gegenteil, das ist gerade der Vorteil, wenn man es selber macht, dass man sagen kann, wir haben die Mittel und wir verteilen sie komplett in das Produkt – aus die Maus – so ist das.“

Gibt es aus Ihrer Produktion mal wieder so eine ähnliche Dokumentation wie die über Altkanzler Helmut Schmidt, dem Sie mit „Helmut Schmidt außer Dienst“ quasi ein journalistisches Geschenk zum 90. Geburtstag gemacht haben?

„Wir machen gerade – auch mit Patricia Schlesinger vom NDR – einen Film über Richard von Weizsäcker, der im April nächsten Jahres 90 wird – und dann wird es

In ähnlichem Stil?

„Anders.“

Wird – wie bei Helmut Schmidt geschehen – wieder eine Büste des Politikers für den Film angefertigt, wo die Arbeit des Bildhauers im Vor- und Abspann zu sehen ist oder ist Ihr Büro langsam voll, denn da soll die Schmidt-Büste heute stehen?

(lächelt): „Nein, es ist ein anderer Mann, es ist ein anderer Politiker und deswegen wird es auch ein anderer Film werden, aber in derselben Konstellation, also ich drehe wieder mit Jan und das macht auch wieder richtig Spaß. Ich habe jetzt im Sommer das bisher gedrehte Material gesichtet und ich habe noch sehr viel mehr Archivmaterial gesichtet, deswegen kann ich sagen, es wird ein etwas anderer Film, aber es macht großen Spaß sich mit diesem Staatsmann zu beschäftigen.“

Wie ist die Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Jan Kerhart? Müssen Sie mit Ihrem Mann besonders viel über eine Arbeit reden oder ist es so, dass beide eine Wellenlänge haben und dies deshalb nicht erforderlich ist?

„Das Tolle an unserer Zusammenarbeit ist, dass ich genau weiß, was er kann und er weiß genau, was ich kann. Das heißt, ich muss mir um die Bildgestaltung überhaupt gar keine Gedanken machen, weil ich weiß, die Regie führt er. Und ich kann mich darauf verlassen, dass das einfach die beste Qualität ist. Und das macht das Arbeiten ungeheuer angenehm.“

Sie konzentrieren sich voll und ganz auf den journalistischen Bereich?

„So ist es und das ist wunderbar. Manchmal ist es aber auch so, dass ich einfach wie bei Helmut Schmidt nicht bei jedem Dreh selber mitfahren kann. Wenn wir beispielsweise Richard von Weizsäcker ins Ausland begleiten, dann ist Jan manchmal auch alleine unterwegs und das ist eine ganz besondere Qualität.“

Führt Ihr Mann die Arbeit in Ihrem Sinne aus?

„Nein, er macht es eben nicht in meinem Sinne, sondern die Qualität liegt darin, dass dadurch eben noch mal eine andere Note heraus kommt, auch deshalb: Wenn nur eine Kamera vor Ort ist und nicht noch ein Reporter oder eine Journalistin daneben steht, dann sind auch diejenigen, die gefilmt werden, noch ein bisschen anders.“

Wann geht Ihre ARD-Talkshow „Menschen bei Maischberger“ nach der Sommerpause wieder los?

„Nächste Woche, Dienstag. Das heißt, am 25. August machen wir eine Sondersendung und am 1. September kommen wir wieder in gewohnter Weise.“

Was wird das für seine Sondersendung?

„Wir machen eine Sendung zur Wahl, gemeinsam moderiert mit Ulrich Deppendorf, in der wir die sechs im Bundestag vertretenden Parteien qua Fraktionsspitze interviewen.“

Aus Berlin, wahrscheinlich?

„Aus Berlin und dabei sind Herr Struck, Herr Kauder, Frau Künast, Herr Gysi, Herr Westerwelle und Herr Ramsauer. Die Sendung heißt: ,Klartext zur Wahl – Politspitzen bei Maischberger und Deppendorf‘.“

Haben Sie eine Wunschbesetzung für Ihre Sendung „Menschen bei Maischberger“? Gibt es eine Wunsch-Gästeliste?

„Nein, grundsätzlich nicht, denn wenn ich da jemanden nennen würde, dann fühlen sich andere, die vielleicht kommen wollen, zurückgesetzt. Abgesehen davon erfüllen sich immer alle Wünsche sowieso. Ich habe keine Wunschliste.“

Haben Sie am Anfang gedacht, dass es – wie im September 2008 geschehen – fünf Jahre und 200 Sendungen werden?

„Das kann man nie sagen und ich weiß auch nicht, habe ich das gedacht? Ich dachte schon, dass wir eine Sendung machen, die eine Dauer hat, das ja. Es sah im ersten Jahr so aus, als ob wir Schwierigkeiten mit dem Konzept bekommen würden, mit dem wir gestartet sind. Aber das haben wir ja dann auch schnell verändert und eigentlich fange ich nichts an, ohne zu denken, das wird eine Weile dauern.“

Haben Sie sich in Bezug auf „diese Weile“ ein Limit gesetzt?

„Nein, das haben wir nicht, aber wir haben gerade den nächsten Zweijahresvertrag verhandelt, also 2010 und 2011 – mal gucken.“

Sie waren gerade in Amerika – haben Sie da „nur“ Urlaub gemacht oder auch gearbeitet?

„Komplett Urlaub mit Familie. Ich habe diesen Sommer auch wegen des Weizsäcker-Films relativ viel gearbeitet und das waren dann dreieinhalb Wochen komplett Urlaub.“

Sind Sie im Nachhinein eher mit so einer Dokumentation zufrieden, als manchmal mit einer Ausgabe der Sendung „Menschen bei Maischberger“. Da ging es mal um „Religion und Glaube heute“ – und darin kam die Schauspielerin Witta Pohl nur in vier von 75 Sendeminuten zu Wort. Fällt Ihnen das hinterher auf und ärgern Sie sich darüber?

(schmunzelt): „Das ist ganz anders. Man kann das einfach nicht vergleichen, weil in einem Filmporträt und in einer Dokumentation sehr viel mehr Arbeit steckt. Das geht über viele Jahre. Der Schnitt ist eine ganz andere Angelegenheit und das Ganze ist sehr viel Zeit intensiver.“

Ihre ARD-Sendung „Menschen bei Maischberger“ kommt zwar jede Woche am Dienstagabend, ist aber letztlich zu einem Thema auch einmalig oder?

„Eine Talkshow ist aber trotzdem so etwas wie Gebrauchs-Fernsehen, wenn Sie so wollen. In der Tat ist es so, das versendet sich in dem Sinne schneller. Bei einem Filmporträt sitze ich in der Pressevorführung noch da und schreibe mit, während der Film läuft, was wir noch an diesem Film verbessern müssen.“

Können Sie wenigstens bei der Ausstrahlung entspannt zugucken oder geht das gar nicht?

„Nein, für mich ist immer der Termin der Pressevorstellung der Schwierigste, weil ich nicht gerne Sachen, bei denen ich irgendeine Rolle spiele, zusammen mit anderen Menschen ansehe. Das macht mir keinen großen Spaß.“

Was steht für Sie in beruflicher Hinsicht als Nächstes an?

„Der Weizsäcker-Film wird gemacht und die ARD-Reportage ,Kasse gegen Privat‘ ist fertig. Es gibt die eine oder andere Überlegung, Themen, die ich gerne behandeln würde, aber das ist alles noch nicht spruchreif.“

Können Sie sagen, was Sie selbst im Fernsehen gerne sehen?

„Beruflich gucke ich natürlich alles, was in meinem Bereich liegt, wenn ich mich aber entspanne, dann gucke ich mir abends einen Film an.“

Wird das „journalistisch“ vorbereitet – der Film, der im „Stern“ vier Sterne als Wertung bekommen hat, wird eher geschaut, als der, der nur einen hat?

„Nein, also ehrlich gesagt, es kommt so selten vor, dass wir mal Fernsehen, so dass wir dann das nehmen, was wir kriegen.“

Ehrlich? Da muss man mitunter aber tapfer sein.

„Oder häufig leihen wir uns auch einen  Film auf DVD aus.“ (lächelt)

©Wolfgang Wittenburg - Jegliche Infoauswertung honorarpflichtig (08/2009)

Textfeld: (V. i. S. d. P.)  Sylvia Knelles
Textfeld: MAIL