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Mysterious Women Magazin |


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Interview - Ulrike Folkerts
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zu: „Tatort – Vermisst“, 11. Oktober, 20.15 Uhr, ARD und: „Liebe in anderen Umständen“, 13. Oktober, 20.15 Uhr, SAT.1 Zum 20-Jahre-Jubiläum blickt die Darstellerin der dienstältesten „Tatort“-Kommissarin auf gute wie schlechte Situationen zurück, redet aber auch über einen beruflichen Traum und wie ihr persönliches Glück zu steigern ist Ulrike Folkerts „Je älter ich werde, umso schöner wird mein Leben!“ Auch wenn die Schauspielerin Ulrike Folkerts (48) mit dem spannenden „Tatort – Vermisst“ (Sendung: 11. Oktober, 20.15 Uhr, ARD) ihr 20-jähriges Dienstjubiläum als taffe Ludwigshafener „Tatort“-Kommissarin Lena Odenthal feiert, so sind die Zeiten, in denen die sportliche Wahl-Berlinerin ihren Tatendrang auf zwei oder drei „Tatort“–Produktionen im Jahr beschränken musste, längst vorbei – und das findet die sympathische Katzenliebhaberin auch gut so! Beruflich läuft es für sie nämlich gerade besser denn je: zwei weitere „Tatort“-Filme sind bereits im Kasten und in der Komödie „Liebe in anderen Umständen“ (Sendung: 13. Oktober, 20.15 Uhr, SAT.1) mimt Ulrike Folkerts eine Hausfrau, die sind mit Mitte 40 in einen Jüngeren verliebt und prompt schwanger wird. Wie es mit ihrem privaten Glück bestellt ist, daraus hat Ulrike Folkerts lange ein Geheimnis gemacht. Mit dem Erscheinen ihres zweiten Buches „Glück gefunden“ (240 Seiten, 185 Fotografien, 85 Zeichnungen und 24.90 Euro, ISBN: 978-3-89904-336-5) steht die Schauspielerin und Autorin aber offen zu ihrer neuen Frauenliebe zur Berliner Künstlerin Katharina Schnitzler (41). Zum 20-jährigen Dienstjubiläum trafen wir die dienstälteste „Tatort“-Ermittlerin zum spannenden und seltenen Interview über gute und schlechte „Tatort“-Erinnerungen, Film-Schwangerschaft, ob ihr persönlich Glück durch Heirat oder Adoption eines Kindes noch zu steigern wäre: Mit Ihrem 49. „Tatort – Vermisst“ (Sendung: 11. Oktober, 20.15 Uhr, ARD) feiern Sie als Ludwigshafener Kommissarin Lena Odenthal 20-jähriges Jubiläum – was finden Sie an dem Film besonders? „Das gute an dem Film ist, dass es wieder einmal ein ganz einfacher Krimi ist, denn es geht um kein gesellschaftliches Thema, keine politische Geschichte, keine Schlagzeile, die wir gestern in der Zeitung gelesen haben. Sondern es ist ein purer Krimi, in dem man sich als Zuschauer oder eben auch als Kommissarin schön in die Vergangenheit von einigen Menschen verhäkeln kann. Man muss das schon aufmerksam verfolgen, um zu sehen, was da passiert ist. Es kommt so eines zum Anderen und nichts ist vorhersehbar – das gefällt mir ziemlich gut.“ Gibt es beim „Tatort“ immer mal wieder Drehtage, die Ihnen bevor stehen oder ist das in zwei Jahrzehnten so ziemlich Routine – im „Tatort – Vermisst“ gehen Sie als Lena Odenthal zum Beispiel einmal unverhofft baden? (lächelt): „Nein, was ich bei diesem Dreh genau erinnere, das sind die langen Nächte, die mein Kollege Thomas Sarbacher mit mir auf diesem Schiff verbracht hat, der Lena Odenthal als Nick Ritterling so wunderbar bekocht. Und nie vergessen werde ich die Nacht, in der wir rauf und runter Rote-Beete-Carpaccio mit Jakobsmuscheln essen mussten, danach Mousse Au Chocolat mit mit Vanille-Hörnchen. Und dann haben wir das aus verschiedenen Richtungen gedreht, nah und fern, und Kopf hier und Kopf dort. Das heißt, wir haben permanent im Wechsel Süß und Fisch und Fisch und Süß essen müssen. Anstatt Rotwein gab es natürlich Traubensaft und davon wird einem einfach nach drei Stunden kotzübel, kann ich nur sagen. Das werde ich bestimmt nie vergessen.“ (grinst) Das ist kein Wunder! „Inzwischen kann ich Jakobsmuscheln wieder essen, aber diese Süßspeise, die kriege ich nicht mehr runter.“ Aber sind das Drehtage und Szenen, die Ihnen bevor stehen oder merken das erst beim Entstehen? „Grundsätzlich weiß man schon, eine Szene, in der gegessen wird, ist immer etwas heikel. Da muss man aufpassen, dass man sich diese Bissen genau platziert, damit man nicht Schaden nimmt, wenn man das zehnmal drehen muss, weil man dann einfach zu viel essen muss. Bei ,Vermisst' hatten wir auch noch eine Köchin am Set, die die ganze Nacht rauf und runter dieses Essen zubereitet hat – das war lecker, aber irgendwann war es zu viel des guten Festessens zum 20-jährigen von Lena Odenthal. (schmunzelt) Das war eine Sechs-Minuten-Szene, die wir immer an einem Stück gedreht haben. Und dass wir das so oft essen mussten, war nicht klar! Wir haben uns jetzt vorgenommen, Thomas Sarbacher und ich, wann immer wir uns wieder sehen, werden wir sofort Jakobsmuscheln essen gehen.“ (lächelt) Schönes Vorhaben – wenn Sie auf 20 Jahre „Tatort“ zurück blicken, dann gab es fast zu Beginn im „Tatort – Tod im Häcksler“ Ben Becker als Dorfpolizisten an Lenas Seite und nun Corinna Harfouch in einer starken Rolle. Haben Sie besondere Erinnerungen an besondere Kolleginnen und Kollegen, die Sie durch den „Tatort“ kennen gelernt haben und sonst vielleicht gar nicht? „Ja, das gab es immer wieder. Sie haben schon zwei erwähnt und auch Matthias Habich und Dominic Raacke, der damals noch kein ,Tatort'-Kommissar war, zählen für mich dazu. Es waren einige, die ich da immer wieder glücklich treffe und mit denen ich dann eine schöne Zeit hatte.“ Wie gehen Sie an solche Kollegen heran – waren Sie zum Beispiel gespannt auf Corinna Harfouch? „Erstmal freue ich mich, dass Kollegen Lust auf so eine Rolle haben, und Corinna Harfouch hat eben auch die Kraft und die Fantasie, so einer Rolle etwas Besonderes zu geben. Sie hat das ganz großartig gelöst. Hinterher sagt man dann, diese Rolle hätte niemand anders spielen können, aber das liegt daran, dass sie es sich so erarbeitet hat. Generell freue ich mich auf solche Kollegen, weil ich sie sehr schätze und sie auch in ihrer Arbeit sehr schätze. Ich bin glücklich, dass auch für diese Vier- oder Fünf-Tages-Rollen so jemand wie Corinna Harfouch zusagt und Lust darauf hat.“ Es gibt für Sie in 20 Jahren „Tatort“ als Lena Odenthal durchaus aber auch einen Regisseur, den Sie nicht unbedingt in Ihrem Leben wieder sehen wollen – da sind also auch negative Erfahrungen und Erinnerungen? „Das sind einige Regisseure, die ich nicht wieder sehen möchte.“ Aber Sie sagen das offen und ehrlich – und das tun nicht so viele! „Ja, natürlich, denn diese Geschichte beruht auf Gegenseitigkeit. Ich meine, das ist eine Arbeitssituation, in die wird man hinein geschubst. Teilweise kannte man sich vorher gar nicht. Vielleicht hat man die Chance gehabt, sich in einem Gespräch vor Beginn der Dreharbeiten auszutauschen, über das Drehbuch und die Rolle zu sprechen. Dann weiß ich aber immer noch nicht, wie der Regisseur arbeitet – und der Regisseur weiß noch nicht, wie ich am Set ticke, und was ich brauche, um gut zu sein. Und das geht natürlich auch ab und zu mal zu schief. Das passt nicht immer 100prozentig, dabei kommt nicht immer das Beste heraus.“ Wie reagieren Sie, wenn derart Probleme sich abzeichnen? „Manchmal muss man sich abgrenzen und sagen, ich ziehe mein Ding jetzt hier durch. Das hängt damit zusammen wie dieser Mensch arbeitet, der sich vielleicht nicht entscheiden kann und mich von A nach B scheucht, und dann wieder von B nach C, und sagt, er entscheidet das erst am Schneidetisch … Das geht mit mir nicht so gut Ich würde schon ganz gerne während des Drehs mit erarbeiten, zu welcher Entscheidung wir kommen.“ Aber das ist schon eine Form von Selbstsicherheit, die in 20 Jahren „Tatort“ und Lena Odenthal gewachsen ist und bei der Sie auch im Sinne von Lena Odenthal beeinflussen oder entscheiden wollen? (lächelt): Diese Form der Streitereien oder Auseinandersetzungen am Set, die gab es zwei oder drei Mal bei 50 Drehs. Das ist natürlich ein Lernstück gewesen und es war auch nicht immer einfach. Wer streitet sich schon gerne? Dann muss das auch noch kreativ sein, denn man muss ja die sechs Wochen irgendwie zu Ende bringen. Und einen guten Film wollen wir alle machen. Das war teilweise sehr anstrengend und es hat viel Energie geraubt, die ich besser fürs Drehen selbst investiert hätte.“ Was ist Ihr Fazit, um so etwas zu minimieren? „Man lernt aus allem und inzwischen habe ich so viele Regisseure kennen gelernt, dass ich mir beim Sender immer wieder auch Regisseure wieder wünsche, mit denen ich sehr gut arbeiten kann, und von denen ich auch weiß, die haben Lust diesen ,Tatort' zu machen.“ Die Herausforderung liegt bestimmt aber auch immer wieder im Neuen – neue Regisseure einzusetzen? „Sicher ist das ein Reiz, aber ich nehme mir zumindest immer vor, die Herrschaften vorher zu treffen, ein paar Filme von ihnen anzuschauen, denn die müssen sich im Gegenzug auch ein paar Odenthal-,Tatort' ansehen, um sich dann zu überlegen, ob sie darauf Lust haben.“ (lächelt) Zwei Tage nach Ihrem „Tatort“-Jubiläum kommt die SAT.1-Komödie „Liebe in anderen Umständen“ (13. Oktober, 20.15 Uhr) mit Ihnen in der Hauptrolle! „Das war für mich wie ein Geschenk, weil ich da eine wunderbare Hauptrolle zu spielen hatte und man beim Zusehen tatsächlich vergisst, dass diese Frau sonst eine Kommissarin ist. Das war sicher ein Ziel von mir, aber es war auch nicht so schwer, weil das Drehbuch von Sarah Schnier ganz toll geschrieben, den Regisseur kannte ich auch nicht, das war Hansjörg Thurn. Wir haben gut miteinander arbeiten können, hatten zuvor Probenzeiten, da man bei SAT.1 ja nur noch 21 Drehtage für einen 90-Minüter hat. Wir haben dann ein ganzes Wochenende geprobt und damit eine Basis unter den Schauspielern geschaffen, die wir während des Drehens gar nicht erarbeiten hätten können. Das hat mir sehr gut gefallen.“ Und der Drehort war in Berlin? „Das war ein Film, der in Berlin spielt, den wir aber zum großen Teil in Budapest gedreht haben. Die Besonderheit daran war, dass ein Großteil des Teams aus Budapest kam und die kannten mich gar nicht. Ich war völlig frei, denn die Kollegen kannten keinen ,Tatort' und keine Lena Odenthal, die mochten einfach das, was wir da erspielt und erarbeitet haben – und das war für mich sehr angenehm.“ Jetzt die Kardinalfrage: wie haben Sie sich in „anderen Umständen“ gefühlt? War das etwas Erstrebenswertes oder eher eine Glanzleistung der Requisite? (grinst): „Glücklicherweise hatte ich zu der Zeit mit Mitte 40 ein paar Frauen in meiner Umgebung gehabt, die gerade schwanger waren, beziehungsweise gerade geboren hatte. Und die habe ich natürlich ausgequetscht, wie das ist, wie sie sich gefühlt haben und wovor sie Angst hatten, wie sich ihr Körper verändert hat und was daran toll war oder nicht so toll war. Ich habe ein bisschen versucht, das zu verstehen und nachzuvollziehen.“ Geht das? „Für mich war dieser Bauch natürlich immer Fake, aber es ist unglaublich, wie sehr man dann anfängt Schwangere wahrzunehmen, wie die sich bewegen und wie selbstbewusst sie heutzutage ihre Bäuche durch die Gegend tragen. Die meisten haben eine Super-Ausstrahlung, und das habe ich versucht, mit in den Film einzubauen. Das war auch lustig, denn, wenn man einen dicken Bauch hat und an der Straße steht – die Autos halten einfach. Man kriegt als Schwangere etwas mehr Aufmerksamkeit und die Menschheit nimmt mehr Rücksicht.“ Das ist sicher angenehm. „Ich glaube, das genießen viele Frauen auch in ihrer Schwangerschaft, dass sie nicht nur hormonell gut drauf sind, sondern eben auch mehr Aufmerksamkeit bekommen. Für mich war es eine lustige Geschichte, nie schwanger gewesen zu sein, aber diese Prozedur innerhalb von vier oder fünf Wochen zu durchleben – natürlich in anderer Form, aber es war schon interessant.“ (lächelt) Ist in dem Fall auch Ihre Mutter eine Ansprechpartnerin, mit der Sie über alles reden können und die immer zu Ihnen stand? „Nein, da frage ich lieber Freundinnen, die näher dran sind, das ist bei meiner Mutter ja doch schon ein paar Sommer her. In dem Film geht es um eine Frau Mitte 40, die von einem wesentlich jüngeren Mann schwanger wird. Das sind die Themen. Meine Mutter weiß, dass ich diesen Film gedreht habe und dass ich da schwanger bin und auch ein Kind gebäre. Sie darf sich jetzt auf den Film freuen.“ Ihre Mutter war früher mal Deutsche Meisterin im Wildwasserfahren – kommt von daher Ihre Affinität zum Wasser und Ihre Leidenschaft fürs Schwimmen? (lächelt wieder): „Meine Mutter hat auf jeden Fall dafür gesorgt, dass ich als Kind damit in Berührung kam, mir all diese Dinge gezeigt und mir auch das Angebot Wildwasser zu fahren gemacht. Das hat mich aber ziemlich geschockt, weil die Leute permanent umgekippt sind und mit dem Kopf mehr unter Wasser als über Wasser waren. Da habe ich gesagt: Es tut mir Leid, aber ich möchte das nicht, ich gehe lieber schwimmen, ich bin dann in einen Schwimmverein. Aber für meine Mutter war das damals, mit 15 und 16, ihr großer Kick, sich auch von Zuhause freizumachen und mit anderen Jugendlichen am Wochenende Paddeln zu gehen, Zelten zu gehen. Meine Mutter war dann tatsächlich so gut, dass sie es bis hin zur Deutschen Meisterschaft geschafft hat – und sie paddelt heute noch, mit über 70 in ihrem Paddelboot.“ Sie haben im letzten Jahr – zusammen mit Ihrer Dauerfreundin, der Künstlerin Katharina Schnitzler – das Buch „Glück gefunden“ veröffentlicht. Hat sich zu Ihrem Glück noch etwas dazu gesellt – vielleicht durch Erfahrungen und Begegnungen auf Lesereise? Lässt sich Ihr Glück noch erweitern? (grinst): „Dieses Buch hat bei der Lesereise wahnsinnig gut funktioniert. Es war für mich eine ganz tolle Erfahrung, durch Deutschland zu tingeln und übers Glück zu reden. Es war uns auch egal, ob da drei oder 1.000 Leute saßen, es war immer eine ganz besondere Atmosphäre. Und diese drei Ebenen, die es in dem Buch gibt, nämlich Foto, Zeichnung und Text, haben sich vermitteln lassen und die Leute haben sich visuell genau wie durchs Zuhören darauf eingelassen.“ Alles wunderbar? „Leider war der Effekt bei diesen Lesungen viel schöner als der Verkauf des Buches letztlich gelaufen ist, weil die Presse sich eher darauf gestürzt hat, als hätten wir ein Buch über privates Glück gemacht, was wir nie angestrebt haben, denn das fände ich ziemlich öde und langweilig. Es war immer ein Buch über das Phänomen Glück im Alltag und wir beide, die wir das natürlich auch ein Stück weit kennen gelernt haben, aber darüber forschen, erzählen ganz allgemein Kurzgeschichten aus dem Alltag, denen wir begegnet sind, um das Glück zu greifen und zu fassen. Ich glaube heute, etwas missverständlich war der Titel. Das war uns aber gar nicht klar, denn wir sind davon ausgegangen, wir haben drei Jahre geforscht – und das Glück gefunden. Aber nach außen transportierte sich so ungefähr, Frau Folkerts und Frau Schnitzler haben ihr Glück gefunden. Das war aber gar nicht Thema des Buches. Wir sind auch noch nicht fertig mit diesem Buch – wir gehen noch mal auf Lesereise. Das ist auf jeden Fall geblieben, dass wir weiterhin an dieses Produkt, das wir in Händen halten, glauben.“ Soll es eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Katharina Schnitzler geben? „Ja, bestimmt, ich weiß nur noch nicht wann, denn ich habe so viel gearbeitet, dass man mit mir nicht nebenher schnell noch ein Buch machen kann. Dazu bräuchte eine längere Pause oder eine Reise, ein Brainstorming, um Inspiration zu bekommen. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass wir dazu wieder Lust haben. Im Moment sind wir dabei zu umkreisen, was das Thema sein könnte. Aber wir beide sind nach wie vor ein Team – so und so.“ (lächelt) Was steht beruflich an, wenn Sie zwei „Tatort“-Filme schon abgedreht haben? „Im November steht – wie jedes Jahr – ein dritter ,Tatort' an und bis dahin mache ich etwas Pause und Presse für das 20-jährige Jubiläum von Lena.“ Können Sie einen Ausblick geben: Was wird im nächsten „Tatort“, der zu drehen ist, das Thema sein? „Ich habe das Drehbuch noch nicht gesehen, weil es noch in Arbeit ist. Ich habe nur die Idee gehört, dass es um ein Ehepaar gehen wird, dessen Kind umkommt und die Eltern geraten mit unter Verdacht. Es ist ziemlich kompliziert herauszufinden, was da passiert ist. Harry Göckeritz schreibt und Gregor Schnitzler wird Regie machen – das sind die Fakten, die ich weiß.“ Was tun Sie momentan? „Ich lasse mich feiern und bin ansonsten einfach mal in Berlin, Freunde sehen und tatsächlich etwas ausruhen, denn es war bisher ein anstrengendes Jahr – mit dem Theater spielen, dann ,Tatort', dann SAT.1, dann wieder ,Tatort' – ich bin richtig ein bisschen k.o. davon, denn ich habe immer volle Kraft gearbeitet – beim ,Tatort' 24 Drehtage, bei SAT.1 21 Drehtage, da muss man mal verschnaufen, denn das sind 15-Stunden-Drehtage und ich bin ja auch nicht mehr die Allerjüngste, wie wir alle wissen.“ (schmunzelt) Um Gottes Willen! „Absolut, das merke ich schon. Ich behaupte, die Ruhephasen sind wichtiger für mich geworden.“ Werden Sie Ihren 50. Geburtstag im Jahr 2011 feiern? „Ich bin da am Überlegen, entweder feiere ich, wenn es geht mit denen, die mir wichtig sind, in Berlin, oder ich bin weg. Vielleicht erfülle ich mir auch den Wunsch, weit weg zu reisen, aber womöglich steigt dann hinterher eine Feier.“ (lächelt) Aber wir halten fest, Sie denken bereits heute darüber nach! „Ja, ich denke jetzt schon darüber nach. Das stimmt.“ Haben Sie eine positive Einstellung zum Älterwerden? „Ich finde generell, je älter ich werde, umso schöner wird mein Leben. Ich bin glücklicher, zufriedener und habe so vieles, was mir Spaß macht.“ Ist dieser Zustand irgendwann mal nicht mehr auszuhalten? „Wie gesagt, es gibt inzwischen ja auch die größere Erschöpfung, die ich spüre. Das ist eine Begleiterscheinung, die ich ernst nehme und die ich aber auch richtig und gut finde. Dieses Glücklicher, es hat ganz viel mit so einer Ruhe, mit so einer inneren Verbundenheit zu tun, dass ich nicht mehr so aufgeregt bin, dass ich nicht mehr so angestrengt bin, dass ich nicht mehr so kämpfen muss.“ Sondern? „Ich habe das Gefühl, ich verfüge über etwas mehr Gelassenheit und ich liebe meinen Job. Ich habe das große Glück, in einem Beruf zu arbeiten, der mir Spaß und in dem ich vor allem zu tun habe. Wenn ich mit einem gewissen Rückblick so gucke, was ich alles habe, und was ich alles erreicht habe, dann bin ich einfach wahnsinnig zufrieden und wirklich glücklich.“ Wäre eine Steigerungsmöglichkeit für Ihr Glück eine Heirat oder ein adoptiertes Kind? Ist das für Sie erstrebenswert? „Nein, auch wenn es vielleicht für einen Augenblick ganz reizvoll wäre, kann ich kein Kind adoptieren, denn ich habe für Kinder zu wenig Zeit. Nein, eine Adoption wird es nicht werden. Eine Heirat interessiert mich auch nicht. Ich brauche kein Siegel, um glücklich zu sein oder diese Beziehung, in der ich bin, zu leben.“ Wie kann sich Glück für Sie fortsetzen oder steigern? „Da denke ich tatsächlich an so etwas Banales wie gesund zu sein und in einer Beziehung zu sein, die so eine gefühlte, gemeinsame Zukunft hat. Und in diesem Beruf noch die eine und andere Herausforderung zu suchen – Kino ist immer noch das, was ich noch nicht eingelöst habe.“ ©Wolfgang Wittenburg - Jede Infoauswertung honorarpflichtig (09/2009) |


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