Mysterious Women Magazin

TV Tipps von Wolfgang Wittenburg

©Wolfgang Wittenburg - Jede Infoauswertung honorarpflichtig (11/2009)

 

TV-Tipps für Dezember 2009

 

„Tango im Schnee“, Mi., 2. Dez., 20.15 Uhr, ARD

 

Unterhaltsame, nette und handzahme Geschichte über eine Oma (Ursela Monn), die als Sängerin vor 40 Jahren mal eine Schallplatte aufgenommen hat und den Pianisten, ihre große Liebe, danach aus den Augen verloren hat. Stattdessen lebt sie nun in Stendal und hält einem Bürgermeister (Wolfgang Winkler aus dem Hallenser „Polizeiruf 110“ bekannt) den Rücken frei. Doch die Enkelin Lilli (süß und gut besetzt durch die Zwillinge Aline und Lea Kolditz!) findet den Tonträger, stellt Fragen über Fragen. Macht schließlich per Internet den Pianisten von einst (Peter Bongartz) in Wien ausfindig und lädt ihn als Überraschung zu Omas Geburtstagsfeier ein … Bis zuletzt ist Oma Ella in der Zwickmühle zwischen Musiker und Politiker, dann entscheidet sie sich … Wolfgang Winkler über den Schluss: „Die letzte Szene haben wir in Tangermünde – im künstlichen Schnee – gedreht. Dabei hatte ich Schwierigkeiten und habe mich deswegen mehr an Ursela Monn festgehalten, als dass wir getanzt hätten. Aber ich habe tapfer ausgehalten und wenn es nun noch schön anzusehen ist, umso besser.“

 

„Tatort – Falsches Leben“, So., 6. Dez., 20.15 Uhr, ARD

 

Bevor im Leipziger Jugendzentrum „Romeo und Julia“ zur Aufführung kommen kann, brennt das alte Gebäude – natürlich nachts – ab. Dass sich darin ein Toter befindet, ruft die Kommissare Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Marin Wuttke) auf den Plan. Leider aber ist dieser „Tatort“ nur Mittelmaß: Es fängt damit an, dass Keppler zu einem (warum überhaupt –  immer wieder auftauchenden) Raben „Halt die Schnauze“ sagt! Zum ersten Mal mit einer Gastrolle im „Tatort“: Thekla Carola Wied (früher „Ich heirate eine Familie“). Leider aber hat sie als Prof. Hannah Wessel für verschiedene Verzweiflungs-Stadien nur einen Gesichtsausdruck. Ansonsten scheint man bei diesem „Tatort“ dem Leipziger Volks aufs Maul geschaut zu haben oder wie soll man Schlampe, Arsch, Arschloch und mindestens zwei Mal Scheiße deuten!

 

„Tatort – Wir sind die Guten“, So., 13. Dez., 20.15 Uhr, ARD

 

Da ist es der 54. „Tatort“ des Münchner Ermittler-Duos Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayer (Udo Wachtveitl) und Batic erkennt „seinen Freund Franz“ nicht („Kennen wir uns?“)– Amnesie nach Unglück! Eine ziemliche wirre Geschichte – ebenso die Bilder – um den Tod einer jungen Polizisten und Drogen entspinnt sich. Wer darin die Guten sind, das erkennt man schon an der Wahl der Garderobe! Wie heißt es im 80er-Jahre-Song „Fortsetzung folgt“ der Kölsch-Rocker BAP schon so treffend: „Wo Gute in Weiß sind und Böse in Schwarz, weil ers andersrum noch nicht versteht“. Diese Zeile bezieht sich allerdings auf einen kleinen Jungen, der sich „jede Woch am Büdsche jespannt sin“ Tarzan-Comic holt. Für den sonntäglichen „Tatort“-Fan dürfte das jedoch eher Mittelmaß sein!

 

„Heute keine Entlassung“, Mo., 14. Dez., 20.15 Uhr, ZDF

 

Mit so einer Komödie am Feierabend fängt die Arbeitswoche gut an! Wer bei dem Titel zuerst an Wirtschaftskrise und Stellenabbau denkt, liegt völlig falsch: der Witwer, Frührentner und notorische Nörgler Anton Franzen (wunderbar Peter Sattmann!) wird an seinem 60. Geburtstag wegen des Herzens ins Krankenhaus (Pardon: Gesundheitszentrum!) eingeliefert – und will dann wieder des Herzens wegen nicht mehr raus … Die kroatische Krankenschwester Mirjana (brillant und stets mit Akzent: Mariele Millowitsch) hat Franzen angerührt. Als sie vom aufdringlichen Chefarzt (Ralph Herforth) weggemobbt wird, setzen sich die Patienten (Jürgen Tarrach als Bettnachbar Vogel, der immer eine Tafel Schokolade im Nachttisch hat, obwohl er doch abnehmen soll, und Mitpatient mit Migrationshintergrund, Ercan Durmaz als Kemal Antes) für sie ein. Die Herzgruppe spielt übermütig „Reise nach Jerusalem“ und tanzt und singt: „Ob Bypass oder Stent, wir sind stets kompetent!“ Musste Peter Sattmann eine Sekunde überlegen, als das Angebot kam? „Nein, ich musste wirklich keine einzige Sekunde überlegen, denn das ist ein gutes Buch, eine tolle Rolle und für jeden Schauspieler ein gefundenes Fressen.“ Und:  „Was natürlich abschreckt, das ist ein Krankenhaus als Drehort, aber da in Berlin eine stillgelegte Klinik ist, war das, als wenn wir im Studio arbeiten würden.“ Findet Sattmann solche Dreharbeiten ansonsten eher problematisch? „Wenn man sich dafür wirklich in einem im Alltagsbetrieb befindlichen Krankenhaus einmietet, dann ist das ziemlich mies. Da kommt man sich als Schauspieler ziemlich blöde vor, wenn man so tut, als ob man krank ist, während da wirklich Todkranke vorbei geschoben werden. Das geht für mich gar nicht!“

 

„Marie Brand und das mörderische Vergessen“, Mi., 16. Dez., 20.15 Uhr, ZDF

 

Da es bisher drei Mal (auch quotenmäßig) gut funktioniert hat, darf die Kölner Ermittlerin Marie Brand (Heimspiel fürs Kölsche Kindle Mariele Millowitsch) wieder ran – zusammen mit Assi Simmel (Hinnerk Schönemann) soll der Tod des Neuropathologen Dr. Bergengrün geklärt werden. Der geht zu Beginn mit einem Becher Kaffee frisch und fröhlich ans Tageswerk, will obduzieren und bricht dann über dem Toten zusammen. 1. Opfer ein Mann. 2. Opfer ein Süßwasser-Aquariumfisch, ein Guppy. Außerdem eine Verfolgungsjagd durch eine Schafherde am Rheinufer, Ulrich Noethen als ehrgeizigen Professor und Florian Panzner mit Drag-Looks. Prädikat: Wieder Sehenswert und kurzweilig!

 

Liebling, weck die Hühner auf“, Sa., 19. Dez., 20.15 Uhr, ARD

Weil der erste Film „Liebling, bring die Hühner ins Bett“ vor zwei Jahren sehr erfolgreich war, kommt hier Nachschub an Geschichten aus dem Leben der Brandenburgischen Familie Teuffel (mit zwei f) mit drei Kindern. Leider ist die Darstellerin der Mutter Teuffel, gespielt von Barbara Rudnik, zwischenzeitlich verstorben, deshalb hat Katja Flint diese Rolle übernommen. Entstanden ist eine kurzweilige und unterhaltsame Komödie – Steffen Teuffel, gespielt von Axel Milberg, kauft sich in Brandenburg einen Weinberg, Mutter Beate möchte eine Affäre ausprobieren und Tochter Lisa unbedingt ihre Unschuld verlieren … Auch die Nebenrollen sind mit Thomas Thieme., Kai Wiesinger und Andreas Schmidt sehr gut besetzt.

 

„Wilsberg – Oh du tödliche …“, Mo., 21. Dez., 20.15 Uhr, ZDF

 

Seit 1998 ermittelt der Berliner Schauspieler Leonard Lansink in Münster als chaotischer Privatdetektiv (und Antiquariatsbetreiber) Georg Wilsberg und ist mit einer Mischung  aus Krimi und Komödie erfolgreich. Dass der Samstagskrimi dieses Mal am Montag gezeigt wird, hat damit zu tun, dass der unterhaltsame „Wilsberg – Oh du tödlich …“ der ultimative Weihnachts-Wilsberg ist – ganz ohne Mord und Totschlag, dafür mit vielen witzigen Wortspielereien. Kommissarin Anna Springer (wunderbar Rita Russek) ist mit dem Beschaffen von Orangen-Marmelade ausgelastet, Ekki Talkötter (Oliver Korritke) wird von einer dubiosen Dame angezogen und Springers Assistent Overbeck (wird von einer schrillen Zeugin ständig Ofenbeck genannt) … Zum Schluss fehlt das Weihnachts-Ständchen aller Hauptdarsteller der Sendereihe nicht  und Wilsbergs Kommentar: Und machen Sie nicht so viel Unsinn!

 

„Baby frei Haus“, Mi., 23. Dez., 20.15 Uhr, ARD

 

Unterschiedlicher können Männer und Nachbarn wohl nicht sein: Fritz Wepper ist Kurt Schollwer (Bademeister im städtischen Schwimmbad Leipzig) und Francis Fulton-Smith Christoph Baumgartner (smarter Starfotograf) – da gibt es viele Reizthemen und eine Menge Neid und Missgunst. Damit ist es vorbei als eines Tages ein Baby vor der Tür ausgesetzt wird – Rosi (wie üblich mit Zwillingen gedreht) erobert die Herzen beider Männer, sie buhlen um den Säugling und beschließen, derjenige, der zuerst eine heiratsfähige Dame an seiner Seite präsentiert, darf das Kind behalten. Doch dann taucht die verstörte Mutter Andrea (Stephanie Stumph in ihrer ersten Mutterrolle!) plötzlich wieder auf … Laut Fritz Wepper (der seinen Wellensittich in diesem Film wie einst im wahren Leben „Zwitschi“ nennen durfte) ist bereits eine Fortsetzung der kurzweiligen Geschichte mit Witz geplant.

 

„Richterin ohne Robe“, Mo., 28. Dez., 20.15 Uhr, ZDF

 

Unterhaltsamer Film über die Frankfurter Floristin Bettina Hinrichs (Jutta Speidel), die nicht nur einen Blumenladen hat (indem nie Kunden auftauchen!), eine Liebesbeziehung zu einem Unfallgegner (einer der Münchner „Tatort“-Kommissare, Udo Wachtveitl) und eine pubertierende Tochter – plötzlich wird sie auch noch in das Ehrenamt als Schöffen berufen. Gleich der erste Fall, dem die „Richterin ohne Robe“ beiwohnt, ist ein Mordprozess ohne Zeugen (zu Beginn des Film wird eine Briefbombe verschickt und eine Villa explodiert imposant) – ob sie da alles richtig macht?

 

„Pizza und Marmelade“, Mi., 30. Dez., 20.15 Uhr, ARD

 

Regie-Debüt für Oliver Dieckmann, der eine autobiografische Geschichte verfilmt hat, denn zu Studentenzeiten hat er selbst mal mit in einem  Hochaus gewohnt, in dem keiner vom anderen wusste. Diese Geschichte erzählt er wunderbar mit Fabian Herzog (Max von Thun) und Lucia Blumenberg (Stefanie Stappenbeck). Gerade als das erste große Projekt des jungen und freien Architekten Herzog vor dem Durchbruch steht, geht die Firma insolvent und damit platzt sein Saus-und-Braus-Leben auf Pump. Hartz IV droht uns so sucht er sich einen Job in einer Pizzeria und eine kleine Wohnung in einem Hochhaus in der Nähe. Dann lernt er nach und nach seine Nachbarn kennen – Lucia verbirgt ein schlimmes Geheimnis, Prof. Büchner verschenkt an alle seine selbst eingemachte Marmeladen. Fabian Herzog hat eine Ex-Frau und einen Sohn – und er verliebt sich in Lucia. Was aber tut er, als sich die Gelegenheit zurück in sein frühes Dasein bietet? Beste Wandlung im Film: Clelia Sarto (früher „Lindenstraße“}, die als Mariella in der Pizzeria arbeitet und sich erst als Vamp entpuppt, als sie merkt, dass Pizzabäcker Claudio im Internet Bekanntschaften sucht, eine reiche Frau, die ihm aus seiner Finanznot und der Pizzeria zu Überleben hilft!

 

©Wolfgang Wittenburg - Jede Infoauswertung honorarpflichtig (11/2009)

Textfeld: (V. i. S. d. P.)  Sylvia Knelles
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