Sie ist als Moderatorin, Regisseurin und Schauspielerin beschäftigt
und redet im Interview über ihren Spagat zwischen Kindern in Los
Angeles und Arbeit und Europa – und weil die gebürtige Luxemburgerin
nun mal wieder im ZDF zu sehen ist, bietet sich auch die Frage nach
der Ablösung von Thomas Gottschalk bei „Wetten dass …?“ an
Désireé Nosbusch - „Ohne Neugier geht das Leben
nicht!“
Als Regisseurin arbeitet Désireé Nosbusch (43) seit fünf Jahren
fleißig an ihrem eigenen Filmprojekt mit dem Titel „Nigeria“. Als
Moderatorin präsentiert die gebürtige Luxemburgerin im Mai den „Energy
Globe“ in Brüssel und als Schauspielerin hat sie zuletzt für den
starken Thriller „Der Tod meiner Schwester“ (26. Mai, 20.15 Uhr, ZDF)
in Südafrika vor der Kamera gestanden. Der Streifen erzählt die
sensible Geschichte zweier Schwestern, von denen die jüngere auf
mysteriöse Weise in Afrika zu Tode kommt und die ältere deren Mörder
sucht. Im Interview zu ihrer aktuellen und – wie sie sagt – zum ersten
Mal betont fraulichen Hauptrolle, erzählt Désireé Nosbusch von dem
immer wieder anstrengenden Spagat zwischen ihren Kindern Lennon (13)
und Teresa (10) in Los Angeles und ihrer Arbeit im Rest der Welt –
und das sympathische Multitalent verrät, wie weit seine Umzugspläne
zum Verlobten und Kollegen Mehmet Kurtulus (35) nach Berlin bereits
fortgeschritten sind:
Zu dem Thriller „Der Tod meiner Schwester“ (26 Mai, 20.15 Uhr, ZDF)
haben Sie gesagt, dass das Drehbuch so spannend war, dass Sie schon
beim Lesen unbedingt das Ende wissen wollten. Was sind generell
Kriterien, nach denen Sie sich für oder gegen ein Angebot entscheiden?
„Da muss ich ausholen, denn da kommen immer mehrere Sachen zusammen.
Das ist wie beim Kuchen backen, da braucht man auch verschiedene
Zutaten, damit er gut wird.“
„Das Buch ist natürlich immer ,die erste Zutat‘ für einen guten Film
und ein Buch, eine Rolle findet mich, das Buch muss dann auch das
Richtige zur richtigen Zeit sein. Es gibt auch gute Bücher, die ich
nicht machen möchte, weil ich vielleicht gerade vorher etwas gedreht
habe, was dem Stoff so ähnelt, wo man sagt, nein, ich bin gerade in
einer anderen Entwicklungsphase. Es gibt aber einen Spruch von mir und
den habe ich wirklich gesagt: Mit dem Regisseur Miguel Alexandre würde
ich sogar das Telefonbuch verfilmen, denn Miguel ist nicht nur ein
ganz lieber und wertvoller Freund, das ist er wirklich, ich benutze
den Ausdruck nicht so salopp daher, sondern auch ein wunderbarer
Regisseur.“
Es ist nicht Ihre erste Zusammenarbeit?
„Als wir damals den Film ,Geheimnis des Lebens' gedreht haben, da hat
er mir geholfen, zu einer weiteren Stufe im Beruf als Schauspielerin
zu gelangen. Er hat mir vertraut und er hat mir neue Möglichkeiten
eröffnet und es gehört einfach dazu, dass bei ihm jeder Drehtag nur
Spaß macht. Man würde nicht denken, dass wir bei dem Thriller ,Der Tod
meiner Schwester' so viel gelacht haben. Es ist aber so, wenn man
sagt, man möchte eine positive Dreh-Erfahrung haben, dann dreht man am
besten mit Miguel Alexandre.“
Brauchen Sie das Lachen sozusagen als Ventil, um vor der Kamera
große Emotionen darstellen zu können und ernst sein zu können?
„Ich brauche ein Safety-Netz, ich muss wissen, dass Menschen da sind,
nicht unbedingt welche, die mich lieben und mögen, man muss nicht von
denen geliebt werden, aber ich brauche Menschen, die für den Moment an
und auf meiner Seite sind, was mir dann den Mut zum Spielen gibt,
egal, ob man sich lächerlich macht, ob man völlig daneben liegt, oder
sich gehen lässt und man weiß, es wird nicht missbraucht oder
ausgenutzt, sondern man wird aufgefangen.“
Haben Sie diese Dreharbeiten auch anders beschäftigt? Es gibt die
sehr emotionale Szene, wo Sie an einem Berg stehen, voller
Verzweiflung Namen in den Wind schreien und sich dabei langsam auf den
staubigen Erdboden fallen lassen. Wirkt so eine Arbeit bei Ihnen mehr
nach?
„Diese Szene war zum Beispiel nicht im Drehbuch, sondern diese Szene
kam mir. Ich saß mit dem Regisseur zusammen und wir haben gesagt,
diese Figur ist so zu, sie muss irgendwann einmal diesen Schmerz und
diese Verzweiflung, auch das Schuldgefühl, ihre Schwester geopfert zu
haben, heraus brüllen. Wir hatten für die Szene zehn Minuten. Das
Licht ging weg und wir waren an dem Tag schon zum dritten Mal auf dem
Berg – zweimal davor war das Licht weggegangen und wir konnten nicht
drehen. Da habe ich gesagt, Miguel, ich mache es jetzt einfach mal.
Und wenn es Mist ist, dann nehmen wir es halt nicht – und so ist diese
Szene entstanden und auch genommen worden.“
Wie leicht oder schwer fällt es Ihnen, Gefühle vor der Kamera
entstehen zu lassen – und Sie dann wieder abzubauen?
„Ganz schnell werde ich Gefühle nicht wieder los. Das merke ich zum
Beispiel, wenn mich mein Freund oder jemand anderes am Drehort besucht
und ausgerechnet an einem Tag kommt, an dem eine sehr emotionale Szene
gedreht wird. Da kann es schon sein, dass derjenige, der so von außen
kommt, denkt: Wieso ist die denn so unhöflich zu mir? Weil ich dann
vielleicht gerade mal nur ein Hallo sage und vorbei laufe. Ich nehme
diese Gefühle aber nicht mit nach Hause. Trotzdem brauche ich schon
einen Moment, um wieder runterzukommen.“
Gibt es Tage, die Sie aufgrund von schwierigen Szenen blockieren,
weil es dann keinen Sinn macht, dass Ihre Kinder Sie besuchen?
„Absolut ja. Meine Kinder kommen grundsätzlich, wenn sie zum Set
kommen, nur in der Mittagspause. Meine Kinder sind keine Set-Kinder.
Und sobald irgendetwas mit Gewalt ansteht, haben meine Kinder da
sowieso gar nichts zu suchen. Den Film ,Der Tod meiner Schwester'
würde ich meinen Kindern niemals zum Gucken geben, weil sie einfach
nicht sehen sollen, wie ihre Mutter zusammen geschlagen wird. Da
können meine Kinder noch nicht abstrahieren, das ist eine Rolle und
die Mama sitzt neben mir. Das ist noch viel zu früh.“
In Afrika haben Sie öfter gedreht, aber Sie sehen beim Drehen
andere Stationen, als wenn man das Land als Tourist besucht. Erfahren
Sie Afrika auch anders oder ist die Sicht wegen der Dreharbeit eher
oberflächlich und Sie müssen hinterher zum Aufarbeiten noch mal
hinreisen?
„Da ist jeder Mensch anders, und ich bin kein Mensch, der ein paar
Tage an Dreharbeiten dranhängt. Das habe ich noch nie gemacht.“
Auch der Kinder wegen, höchstwahrscheinlich?
„Ja, aber auch wegen der Dynamik, das ist dann nicht so wie man sich
das vorstellt. Das wäre etwas anderes und es fühlt sich für mich
falsch an. Ich bin aber auch keiner, der nur das Filmleben lebt.“
„Jemandem, der mit 16 mit dem Rucksack durch Afrika gezogen ist, der
muss sich da nicht groß erklären, dem glaubt man, dass er sich nicht
an irgendwelche Regeln hält, wenn man ihm sagt, bitte nur in dem
Compount bewegen. (grinst) Ich finde, man hat als Schauspieler ein so
großes Glück, dass man eben kein Tourist ist, sondern gleich in ein
richtiges Leben geschmissen wird, weil du konfrontiert mit einem Team
bist, auch einem Local-Team, Leute, die dort leben, die dort Familie
haben, die dort abends nach Hause fahren.“
Und das empfinden Sie als einen Vorteil?
„Absolut, denn sobald du dich diesen Menschen öffnest, bist du am
dritten Tag bei einem Beleuchter eingeladen, der seine Wohnung
womöglich in einer Gegend hat, in die du ansonsten nie gekommen wärst.
Er fragt, ob ich am Sonntag vorbei kommen will und ich sage Ja. Einige
Leute fragen mich dann, ob ich wahnsinnig bin, weil ich eine Weiße
bin, aber ich sage: Wieso ich gehe doch mit ihm, er hat mich
eingeladen. Warum soll ich die Einladung ablehnen? Und dadurch komme
ich zum Beispiel in Afrika gleich direkt ins Leben rein. An freien
Tagen miete ich mir ein Auto und (sie klopft auf Holz) mir ist noch
nie wirklich etwas passiert. Ich respektiere die Menschen, die Kultur
und ich versuche, mich nicht wie ein Elefant im Porzellanladen zu
benehmen und mache damit immer tolle Erfahrungen.“
Das ist die Neugierde, die auch eine Gemeinsamkeit zwischen Ihnen
und Ihrer Figur in „Der Tod meiner Schwester“ ist?`
„Ja, eindeutig und wenn diese Neugierde irgendwann abflauen würde,
dann wäre das furchtbar, denn dann ist man in meinen Augen tot.
(lächelt) Ohne Neugier geht das Leben für mich nicht – überhaupt
nicht.“
Wollen Sie etwas zum Thema Hochzeit und Umzug nach Berlin sagen?
„Da ist alles gesagt, es ist der Status Quo, es hat sich nichts
verändert!“
Sind Sie der deutschen Hauptstadt schon etwas näher gekommen?
„Ich bin noch nicht ganz da, aber doch schon ein großes Stück näher.“
Was, glauben Sie, was Sie in Berlin an Amerika vermissen werden?
Ist es das gute Wetter oder mehr die Leichtigkeit der Mitmenschen?
„Ich sage zwar immer, dass ich nicht so wetterabhängig bin, aber
schöner ist es dort schon. Ich habe meine gesunde Farbe nicht, weil
ich im Urlaub war, sondern weil ich im Garten Kaffee getrunken habe –
und das auch schon im März. Am meisten werde ich aber die positive
Naivität oder vielleicht auch Kindlichkeit der Menschen vermissen, die
in Amerika immer glauben, es ist alles möglich. Es ist so angenehm,
wenn du nicht immer gleich zu hören kriegst: Das geht bei uns nicht!
Wieso denn nicht? Das war immer schon so! Es ist einfach dieser
Klischee-Satz, If You Can Dream It, You Can Do It, der macht das Leben
schon sehr viel positiver. Daran müssen die Deutschen meiner Meinung
nach noch arbeiten.“ (lächelt)
Was, glauben Sie, werden Ihre Kinder vermissen? Sind das Freunde?
„Klar, eindeutig die Freunde. Meine Kinder sind in einem Alter, wo
Freunde wahnsinnig wichtig sind. Ich glaube aber auch, dass sie das
,Draußen spielen können‘ vermissen werden, immer schönes Wetter, viel
im Park. Dieses ganze Arts And Entertainment muss man sich hier
erstmal neu aufbauen. Mein Sohn, zum Beispiel, spielt bereits als
Gitarrist in einer Band. Und die hatten vor zwei Tagen in der ,Meeting
Factory' in Hollywood, was ein starker Club ist, einen Auftritt.
Nachmittags um zwei, weil es alles 13-Jährige sind, aber mit einer
Band, wo ich sage, eine Qualität auf höchstem Niveau. Und das muss man
in Deutschland finden, damit dieses Interesse nicht verloren geht,
denn das wäre schade. Natürlich möchte ich als Mutter meinen Kindern
nichts nehmen, was ihnen erst einmal sehr wichtig ist, was aber
vielleicht auch eine Zukunft bedeuten kann.“
Kann das vielleicht auch auf sportlichem Sektor schwierig werden?
In Amerika gibt es andere Sportarten als hier.
„Sicher, aber meine Kinder, die spielen beide Fußball und das geht
überall.“ (lacht)
Ist dieser geplante Umzug für Sie eine Form von Nachhausekommen,
denn Sie haben immer mal wieder gesagt, dass Sie glauben, wieder nach
Europa zu kommen?
„Ich glaube, das ist ein neuer Lebensabschnitt, ich glaube, dieses
Nachhausekommen, da, wo ich gerade bin, kreiere ich mir ein Stückchen
Zuhause und ich sehe das nicht so streng mit der Heimat. Aber es ist
ein neuer Lebensabschnitt, der sicherlich in Europa ist und da komme
ich her. Da gibt es sicher mehr Wurzeln als in Amerika, was die
Vergangenheit angeht. Wie lange ich dann hier bin und wo es mich dann
hinzieht, da lasse ich mich gerne überraschen.“
Sie zählen aber insgeheim schon Ihre Übersee-Flüge oder noch nicht?
(lächelt): „Ja, doch, ich muss sagen, der Geruch der ,Lufthansa' wird
mir nicht fehlen. Ganz ehrlich. Das ist sicherlich das, was ich nicht
vermissen werde, zumal ich etwas unter Flugangst zu leiden habe.“
Was sagen Ihre Kinder dazu? Sagen die, Berlin, mein Gott, erzähle
mal, Mama, wie ist es da? Oder kennen sie die Stadt schon und finden
das sehr überschaubar?
„Sicher kennen meine Kinder Berlin, ich meine, ich gehe doch nicht mit
meinen Kindern wohin, wo sie noch nie waren. Wir haben uns das alles
sehr genau angeguckt, aber meine Kinder sind Abenteurer wie ich und
die sagen: OKay! Ich glaube, wir haben so eine Vertrauensbasis, dass
wir alle drei wissen, wir probieren das. Und keiner hat die Antwort
drauf. Und wenn es denn nicht das sein sollte, wo man glücklich wird,
dann muss man noch mal überlegen.“
Und Ihre Auszeiten in Death Valley, die nehmen Sie sich demnächst
in der Uckermark? Haben Sie da schon eine Alternative?
„Ach, ich meine, man kann ja auch ein bisschen südlicher fahren oder?
Man muss ja nicht gleich am Stadtrand sein.“ (lacht laut)
Können Sie sagen, was Sie persönlich gern im Fernsehen anschauen –
einmal im Bereich Film und dann natürlich auch in der Unterhaltung?
„Ich gucke wahnsinnig gerne Dokumentationen. Das ist mein
Steckenpferd. Gute Fernsehfilme gucke ich auch sehr gerne und da ist
Amerika leider sehr serienbelastet. Ich bin aber nicht so ein
Serien-Typ, ganz einfach weil ich es immer unfair finde, dass man jede
Woche auf eine bestimmte Uhrzeit festgenagelt wird und ich nicht
weiß, was nächste Woche gerade bei mir los ist. Aber gute
Fernsehspiele, die es in Deutschland vor allem gibt, die sehe ich mir
gerne an.“
Wovon fühlt sich die Unterhaltungs-Moderatorin selbst gut
unterhalten?
„Ich mag gerne gute Diskussionen, Menschen, die sich unterhalten, wo
du aber nicht das Gefühl hast, jetzt muss da noch ein fünfter und
sechster auf der Couch sitzen, denn in neuesten Studien hat man
errechnet, dass man einem Menschen nur drei Minuten zuhört und deshalb
müssen da noch fünf dabei sein. Wenn also nur ein interessanter Mensch
da sitzt und sich eine Stunde lang mit jemandem unterhält, dann bleibe
ich dran. Auch wenn das heutzutage vielleicht nicht modern ist, aber
ich bleibe dran. Mich interessieren Menschen. Und dann diese ganzen
Spielshows und Quizsendungen, das ist nicht so ganz meine TV-Welt.“
Schauen Sie „Wetten dass …?“ wenn Sie in Deutschland sind? Ist das
ein Muss?
„Klar, gucke ich ,Wetten dass …?“
Die Stimmung kehrt in Deutschland gerade etwas, die Quoten gehen
runter und Thomas Gottschalk denkt immer öfter öffentlich über das
Ende der Show nach.
„Tut es das? Wirklich? Aber das ist doch auch verständlich. Ich meine,
wenn man irgendwann einmal einen Lkw auf vier Weingläsern gesehen hat,
okay. Und dann muss ich sagen, das andere, das reicht dann nicht. Dann
müssen dort für mich, für meine Wenigkeit, andere Gespräche
stattfinden. Dann muss da noch etwas anderes passieren, damit ich
dranbleibe.“
Wäre die Moderation von „Wetten dass …?“ etwas für Sie? Als Thomas
Gottschalk zuletzt bei Johannes B. Kerner eingeladen war, hatte man
die ZDF-Namen ausgespart und lieber Stefan Raab und Dieter Bohlen
diskutiert. Können Sie sich das vorstellen, nach 20 Jahren mit einer
„Blondine“ bei „Wetten dass …?“ nun mal eine echte Frau?
„Für das gleiche Konzept?“
„Ich bin der Meinung, man muss auch gute Konzepte irgendwann einmal
mit Würde ad acta legen. Ich finde es immer besser, auf dem Höhepunkt
zu gehen, bevor eine Sache so durchgenudelt ist, dass man sagt: Ach,
das schon wieder? ,Wetten dass …?' ist ja historisch und es ist ein
Riesenerfolg. Vor Frank Elstner da ziehen wir doch alle den Hut. Aber
man wird doch wohl noch eine andere, große Samstagabendshow erfinden
können? Oder? Natürlich! Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein bitte.“
(lächelt)
Zurück zum Film: Kann es wieder ein gemeinsames Filmprojekt mit
Ihrem Verlobten und Kollegen Mehmet Kurtulus und Ihnen geben?
(grinst): „Ich weiß es nicht, wenn ihnen vielleicht mal eine Leiche im
Hamburger ,Tatort' fehlt. (lacht laut) Eher nicht, aber wir haben vor
kurzem eine Lesung gemeinsam gemacht, mit einem Stück, das ich
ausgesucht hatte und wo es sehr gut passte. Im kleinen Rahmen machen
wir schon Arbeiten zusammen. Es kam auch die Idee auf, es als
Theaterstück auf die Bühne zu bringen. Ich schließe nicht aus, dass es
Zusammenarbeit geben kann, nein, warum, wenn man gerne zusammen
arbeitet, was es aber sicherlich nicht mehr geben wird, ist, uns als
Liebespaar.“
Was für eine Lesung haben Sie gemacht?
„,Tag der Gnade' heißt das Buch von Neil LaBute. . Das ist ein Stück,
das sich jeder Mann und jede Frau durchlesen sollte. Darin geht es nur
um eine Beziehung, die vor dem Hintergrund von 9/11 passiert, was aber
gar nicht so wichtig ist. Aber es ist ein Ausnahmezustand, bei dem
alles auf den Tisch gelegt wird. Es erzählt phänomenal und brillant
geschrieben, wie Männer und Frauen aneinander vorbei reden.“
(lächelt): „Es ist oft so. Frauen und Männer haben verschiedene Formen
der Kommunikation.“
Aber bühnenmäßig, würden Sie auch sagen, haben Sie seit der Rolle
der Katharina in Shakespeares „Der widerspenstigen Zähmung“ mindestens
Blut geleckt?
„Total! Ich würde mir sehr wünschen, wieder in Hamburg am ,St.Pauli-Theater'
etwas machen zu können, denn das war wirklich wunderbar.“ (lächelt)
Das man den
Filmtitel vom Arbeitstitel „Zeit der Schlange“ in „Der Tod meiner
Schwester“ umbenannt hat, ist vielleicht noch nachvollziehbar, warum
aber heißt Ihre Figur statt Katharina nun Caroline?
„Das kann ich
Ihnen genau sagen, wenn Sie in meine Biografie gehen und sich mal
meine Filme angucken, dann heiße ich in acht von zehn Filmen
Katharina. Und da ich gerade einen Film gedreht hatte, in dem ich
Kathrin hieß und gerade die Katharina in Shakespeare gespielt hatte,
habe ich Regisseur und Produzent angerufen und gesagt: Ich brauche
einen anderen Namen. Ich kann nicht seit Monaten nur auf Katharina
und Kathrin reagieren – und daraus ist Caroline entstanden.“
(lächelt)
©Wolfgang Wittenburg - Infoauswertung honorarpflichtig (05/2008)
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