Mysterious Women, copyright Sylvia Knelles

     www.mysterious-women.de

unser Büchershop  zum Buchverkauf

Mysterious Women, copyright Sylvia Knelles

Inhalt:

Seite 1

Interviews neu:
Nachtschicht
Rainer Hunold
Wayne Carpendale

SM
 Leder & SMArtikel ab 18 !
111 Gründe SM zu lieben




Buntes:
Rebecca Martin
Simon Verhoeven
Axel Milberg
Christian Berkel
New York

Freiluftgalerie
Buchverkauf
In eigener Sache
Rückblick
Leben in der Unterschicht
Motorradreise 
Bestseller
Schuldencrashkurs 
Lena au Chomage
Heinz Hoenig


Women only:
lesbische Strandschmöker

Termine & Lesbenposter
lesbische Bücher

Intern:
Copyright

Impressum
Emailkontakt
Sylvia Knelles
last minute jobber

Interviews:

A
Aglaia Szyszkowitz
Armin Müller Stahl
Axel Milberg
B
Bettina Eistel
C
Christian Berkel
Christiane Hörbiger
D
Desiree Nosbusch
F
Folkerts Ulrike
Franz X. Gernstl
Francis Fulton-Smith
G
Götz George
H
Harald Schmidt
H. Meyer-Burckhardt
& Barbara Schöneberg

Harald Krassnitzer
J
Julia Stemberger
K
Konstantin Wecker
M
Maria Furtwängler
Mariele Millowitsch
Michaela May

R
Robert Atzorn
Rolf Seelmann-Eggebert
S
Simon Verhoeven
U
Ulrike Folkerts
Ulrike Folkerts
Uri Geller
W
Wladimir Klitschko


 















 



New York

copyright:
Sylvia Knelles
copyright: Sylvia Knelles - New York

copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
copyright: Sylvia Knelles - New York
New York




 

Désireé Nosbusch - „Ohne Neugier geht das Leben nicht!“

Sie ist als Moderatorin, Regisseurin und Schauspielerin beschäftigt und redet im Interview über ihren Spagat zwischen Kindern in Los Angeles und Arbeit und Europa – und weil die gebürtige Luxemburgerin nun mal wieder im ZDF zu sehen ist, bietet sich auch die Frage nach der Ablösung von Thomas Gottschalk bei „Wetten dass …?“ an

Désireé Nosbusch - „Ohne Neugier geht das Leben nicht!“


Als Regisseurin arbeitet Désireé Nosbusch (43) seit fünf Jahren fleißig an ihrem eigenen Filmprojekt mit dem Titel „Nigeria“. Als Moderatorin präsentiert die gebürtige Luxemburgerin im Mai den „Energy Globe“ in Brüssel und als Schauspielerin hat sie zuletzt für den starken Thriller „Der Tod meiner Schwester“ (26. Mai, 20.15 Uhr, ZDF) in Südafrika vor der Kamera gestanden. Der Streifen erzählt die sensible Geschichte zweier Schwestern, von denen die jüngere auf mysteriöse Weise in Afrika zu Tode kommt und die ältere deren Mörder sucht. Im Interview zu ihrer aktuellen und – wie sie sagt – zum ersten Mal betont fraulichen Hauptrolle, erzählt Désireé Nosbusch von dem immer wieder anstrengenden Spagat zwischen ihren Kindern Lennon (13) und Teresa (10)  in Los Angeles und ihrer Arbeit im Rest der Welt – und das sympathische Multitalent verrät, wie weit seine Umzugspläne zum Verlobten und Kollegen Mehmet Kurtulus (35) nach Berlin bereits fortgeschritten sind:


Zu dem Thriller „Der Tod meiner Schwester“ (26 Mai, 20.15 Uhr, ZDF) haben Sie gesagt, dass das Drehbuch so spannend war, dass Sie schon beim Lesen unbedingt das Ende wissen wollten. Was sind generell Kriterien, nach denen Sie sich für oder gegen ein Angebot entscheiden?

„Da muss ich ausholen, denn da kommen immer mehrere Sachen zusammen. Das ist wie beim Kuchen backen, da braucht man auch verschiedene Zutaten, damit er gut wird.“


Als da wären?

„Das Buch ist natürlich immer ,die erste Zutat‘ für einen guten Film und ein Buch, eine Rolle findet mich, das Buch muss dann auch das Richtige zur richtigen Zeit  sein. Es gibt auch gute Bücher, die ich nicht machen möchte, weil ich vielleicht gerade vorher etwas gedreht habe, was dem Stoff so ähnelt, wo man sagt, nein, ich bin gerade in einer anderen Entwicklungsphase. Es gibt aber einen Spruch von mir und den habe ich wirklich gesagt: Mit dem Regisseur Miguel Alexandre würde ich sogar das Telefonbuch verfilmen, denn Miguel ist nicht nur ein ganz lieber und wertvoller Freund, das ist er wirklich, ich benutze den Ausdruck nicht so salopp daher, sondern auch ein wunderbarer Regisseur.“


Es ist nicht Ihre erste Zusammenarbeit?

„Als wir damals den Film ,Geheimnis des Lebens' gedreht haben, da hat er mir geholfen, zu einer weiteren Stufe im Beruf als Schauspielerin zu gelangen. Er hat mir vertraut und er hat mir neue Möglichkeiten eröffnet und es gehört einfach dazu, dass bei ihm jeder Drehtag nur Spaß macht. Man würde nicht denken, dass wir bei dem Thriller ,Der Tod meiner Schwester' so viel gelacht haben. Es ist aber so, wenn man sagt, man möchte eine positive Dreh-Erfahrung haben, dann dreht man am besten mit Miguel Alexandre.“


Brauchen Sie das Lachen sozusagen als Ventil, um vor der Kamera große Emotionen darstellen zu können und ernst sein zu können?

„Ich brauche ein Safety-Netz, ich muss wissen, dass Menschen da sind, nicht unbedingt welche, die mich lieben und mögen, man muss nicht von denen geliebt werden, aber ich brauche Menschen, die für den Moment an und auf meiner Seite sind, was mir dann den Mut zum Spielen gibt, egal, ob man sich lächerlich macht, ob man völlig daneben liegt, oder sich gehen lässt und man weiß, es wird nicht missbraucht oder ausgenutzt, sondern man wird aufgefangen.“

Haben Sie diese Dreharbeiten auch anders beschäftigt? Es gibt die sehr emotionale Szene, wo Sie an einem Berg stehen, voller Verzweiflung Namen in den Wind schreien und sich dabei langsam auf den staubigen Erdboden fallen lassen. Wirkt so eine Arbeit bei Ihnen mehr nach?

„Diese Szene war zum Beispiel nicht im Drehbuch, sondern diese Szene kam mir. Ich saß mit dem Regisseur zusammen und wir haben gesagt, diese Figur ist so zu, sie muss irgendwann einmal diesen Schmerz und diese Verzweiflung, auch das Schuldgefühl, ihre Schwester geopfert zu haben, heraus brüllen. Wir hatten für die Szene zehn Minuten. Das Licht ging weg und wir waren an dem Tag schon zum dritten Mal auf dem Berg – zweimal davor war das Licht weggegangen und wir konnten nicht drehen. Da habe ich gesagt, Miguel, ich mache es jetzt einfach mal. Und wenn es Mist ist, dann nehmen wir es halt nicht – und so ist diese Szene entstanden und auch genommen worden.“

Wie leicht oder schwer fällt es Ihnen, Gefühle vor der Kamera entstehen zu lassen – und Sie dann wieder abzubauen?

„Ganz schnell werde ich Gefühle nicht wieder los. Das merke ich zum Beispiel, wenn mich mein Freund oder jemand anderes am Drehort besucht und ausgerechnet an einem Tag kommt, an dem eine sehr emotionale Szene gedreht wird. Da kann es schon sein, dass derjenige, der so von außen kommt, denkt: Wieso ist die denn so unhöflich zu mir? Weil ich dann vielleicht gerade mal nur ein Hallo sage und vorbei laufe. Ich nehme diese Gefühle aber nicht mit nach Hause. Trotzdem brauche ich schon einen Moment, um wieder runterzukommen.“

Gibt es Tage, die Sie aufgrund von schwierigen Szenen blockieren, weil es dann keinen Sinn macht, dass Ihre Kinder Sie besuchen?

„Absolut ja. Meine Kinder kommen grundsätzlich, wenn sie zum Set kommen, nur in der Mittagspause. Meine Kinder sind keine Set-Kinder. Und sobald irgendetwas mit Gewalt ansteht, haben meine Kinder da sowieso gar nichts zu suchen. Den Film ,Der Tod meiner Schwester' würde ich meinen Kindern niemals zum Gucken geben, weil sie einfach nicht sehen sollen, wie ihre Mutter zusammen geschlagen wird. Da können meine Kinder noch nicht abstrahieren, das ist eine Rolle und die Mama sitzt neben mir. Das ist noch viel zu früh.“


In Afrika haben Sie öfter gedreht, aber Sie sehen beim Drehen andere Stationen, als wenn man das Land als Tourist besucht. Erfahren Sie Afrika auch anders oder ist die Sicht wegen der Dreharbeit eher oberflächlich und Sie müssen hinterher zum Aufarbeiten noch mal hinreisen? 

„Da ist jeder Mensch anders, und ich bin  kein Mensch, der ein paar Tage an Dreharbeiten dranhängt. Das habe ich noch nie gemacht.“


Auch der Kinder wegen, höchstwahrscheinlich?

„Ja, aber auch wegen der Dynamik, das ist dann nicht so wie man sich das vorstellt. Das wäre etwas anderes und es fühlt sich für mich falsch an. Ich bin aber auch keiner, der nur das Filmleben lebt.“


Sondern?

„Jemandem, der mit 16 mit dem Rucksack durch Afrika gezogen ist, der muss sich da nicht groß erklären, dem glaubt man, dass er sich nicht an irgendwelche Regeln hält, wenn man ihm sagt, bitte nur in dem Compount bewegen. (grinst) Ich finde, man hat als Schauspieler ein so großes Glück, dass man eben kein Tourist ist, sondern gleich in ein richtiges Leben geschmissen wird, weil du konfrontiert mit einem Team bist, auch einem Local-Team, Leute, die dort leben, die dort Familie haben, die dort abends nach Hause fahren.“


Und das empfinden Sie als einen Vorteil?

„Absolut, denn sobald du dich diesen Menschen öffnest, bist du am dritten Tag bei einem Beleuchter eingeladen, der seine Wohnung womöglich in einer Gegend hat, in die du ansonsten nie gekommen wärst. Er fragt, ob ich am Sonntag vorbei kommen will und ich sage Ja. Einige Leute fragen mich dann, ob ich wahnsinnig bin, weil ich eine Weiße bin, aber ich sage: Wieso ich gehe doch mit ihm, er hat mich eingeladen. Warum soll ich die Einladung ablehnen? Und dadurch komme ich zum Beispiel in Afrika gleich direkt ins Leben rein. An freien Tagen miete ich mir ein Auto und (sie klopft auf Holz) mir ist noch nie wirklich etwas passiert. Ich respektiere die Menschen, die Kultur und ich versuche, mich nicht wie ein Elefant im Porzellanladen zu benehmen und mache damit immer tolle Erfahrungen.“


Das ist die Neugierde, die auch eine Gemeinsamkeit zwischen Ihnen und Ihrer Figur in „Der Tod meiner Schwester“ ist?`

„Ja, eindeutig und wenn diese Neugierde irgendwann abflauen würde, dann wäre das furchtbar, denn dann ist man in meinen Augen tot. (lächelt) Ohne Neugier geht das Leben für mich nicht – überhaupt nicht.“

Wollen Sie etwas zum Thema Hochzeit und Umzug nach Berlin sagen?

„Da ist alles gesagt, es ist der Status Quo, es hat sich nichts verändert!“


Sind Sie der deutschen Hauptstadt schon etwas näher gekommen?

„Ich bin noch nicht ganz da, aber doch schon ein großes Stück näher.“

Was, glauben Sie, was Sie in Berlin an Amerika vermissen werden? Ist es das gute Wetter oder mehr die Leichtigkeit der Mitmenschen?

„Ich sage zwar immer, dass ich nicht so wetterabhängig bin, aber schöner ist es dort schon. Ich habe meine gesunde Farbe nicht, weil ich im Urlaub war, sondern weil ich im Garten Kaffee getrunken habe – und das auch schon im März. Am meisten werde ich aber die positive Naivität oder vielleicht auch Kindlichkeit der Menschen vermissen, die in Amerika immer glauben, es ist alles möglich. Es ist so angenehm, wenn du nicht immer gleich zu hören kriegst: Das geht bei uns nicht! Wieso denn  nicht? Das war immer schon so! Es ist einfach dieser Klischee-Satz, If You Can Dream It, You Can Do It, der macht das Leben schon sehr viel positiver. Daran müssen die Deutschen meiner Meinung nach noch arbeiten.“ (lächelt)

Was, glauben Sie, werden Ihre Kinder vermissen? Sind das Freunde?

„Klar, eindeutig die Freunde. Meine Kinder sind in einem Alter, wo Freunde wahnsinnig wichtig sind. Ich glaube aber auch, dass sie das ,Draußen spielen können‘ vermissen werden, immer schönes Wetter, viel im Park. Dieses ganze Arts And Entertainment muss man sich hier erstmal neu aufbauen. Mein Sohn, zum Beispiel, spielt bereits als Gitarrist in einer Band. Und die hatten vor zwei Tagen in der ,Meeting Factory' in Hollywood, was ein starker Club ist, einen Auftritt. Nachmittags um zwei, weil es alles 13-Jährige sind, aber mit einer Band, wo ich sage, eine Qualität auf höchstem Niveau. Und das muss man in Deutschland finden, damit dieses Interesse nicht verloren geht, denn das wäre schade. Natürlich möchte ich als Mutter meinen Kindern nichts nehmen, was ihnen erst einmal sehr wichtig ist, was aber vielleicht auch eine Zukunft bedeuten kann.“


Kann das vielleicht auch auf sportlichem Sektor schwierig werden? In Amerika gibt es andere Sportarten als hier.

„Sicher, aber meine Kinder, die spielen beide Fußball und das geht überall.“ (lacht)


Ist dieser geplante Umzug für Sie eine Form von Nachhausekommen, denn Sie haben immer mal wieder gesagt, dass Sie glauben, wieder nach Europa zu kommen?

„Ich glaube, das ist ein neuer Lebensabschnitt, ich glaube, dieses Nachhausekommen, da, wo ich gerade bin, kreiere ich mir ein Stückchen Zuhause und ich sehe das nicht so streng mit der Heimat. Aber es ist ein neuer Lebensabschnitt, der sicherlich in Europa ist und da komme ich her. Da gibt es sicher mehr Wurzeln als in Amerika, was die Vergangenheit angeht. Wie lange ich dann hier bin und wo es mich dann hinzieht, da lasse ich mich gerne überraschen.“

Sie zählen aber insgeheim schon Ihre Übersee-Flüge oder noch nicht?

(lächelt): „Ja, doch, ich muss sagen, der Geruch der ,Lufthansa' wird mir nicht fehlen. Ganz ehrlich. Das ist sicherlich das, was ich nicht vermissen werde, zumal ich etwas unter Flugangst zu leiden habe.“


Was sagen Ihre Kinder dazu? Sagen die, Berlin, mein Gott, erzähle mal, Mama, wie ist es da? Oder kennen sie die Stadt schon und finden das sehr überschaubar?

„Sicher kennen meine Kinder Berlin, ich meine, ich gehe doch nicht mit meinen Kindern wohin, wo sie noch nie waren. Wir haben uns das alles sehr genau angeguckt, aber meine Kinder sind Abenteurer wie ich und die sagen: OKay! Ich glaube, wir haben so eine Vertrauensbasis, dass wir alle drei wissen, wir probieren das. Und keiner hat die Antwort drauf. Und wenn es denn nicht das sein sollte, wo man glücklich wird, dann muss man noch mal überlegen.“


Und Ihre Auszeiten in Death Valley, die nehmen Sie sich demnächst in der Uckermark? Haben Sie da schon eine Alternative?

„Ach, ich meine, man kann ja auch ein bisschen südlicher fahren oder? Man muss ja nicht gleich am Stadtrand sein.“ (lacht laut)

Können Sie sagen, was Sie persönlich gern im Fernsehen anschauen – einmal im Bereich Film und dann natürlich auch in der Unterhaltung?

„Ich gucke wahnsinnig gerne Dokumentationen. Das ist mein Steckenpferd. Gute Fernsehfilme gucke ich auch sehr gerne und da ist Amerika leider sehr serienbelastet. Ich bin aber nicht so ein Serien-Typ, ganz einfach weil ich es immer unfair finde, dass man jede Woche auf eine bestimmte Uhrzeit festgenagelt wird und  ich nicht weiß, was nächste Woche gerade bei mir los  ist. Aber gute Fernsehspiele, die es in Deutschland vor allem gibt, die sehe ich mir gerne an.“

Wovon fühlt sich die Unterhaltungs-Moderatorin selbst gut unterhalten?

„Ich mag gerne gute Diskussionen, Menschen, die sich unterhalten, wo du aber nicht das Gefühl hast, jetzt muss da noch ein fünfter und sechster auf der Couch sitzen, denn in neuesten Studien hat man errechnet, dass man einem Menschen nur drei Minuten zuhört und deshalb müssen da noch fünf dabei sein. Wenn also nur ein interessanter Mensch da sitzt und sich eine Stunde lang mit jemandem unterhält, dann bleibe ich dran. Auch wenn das heutzutage vielleicht nicht modern ist, aber ich bleibe dran. Mich interessieren Menschen. Und dann diese ganzen Spielshows und Quizsendungen, das ist nicht so ganz meine TV-Welt.“

Schauen Sie „Wetten dass …?“ wenn Sie in Deutschland sind? Ist das ein Muss?

„Klar, gucke ich ,Wetten dass …?“

Die Stimmung kehrt in Deutschland gerade etwas, die Quoten gehen runter und Thomas Gottschalk denkt immer öfter öffentlich über das Ende der Show nach.

„Tut es das? Wirklich? Aber das ist doch auch verständlich. Ich meine, wenn man irgendwann einmal einen Lkw auf vier Weingläsern gesehen hat, okay. Und dann muss ich sagen, das andere, das reicht dann nicht. Dann müssen dort für mich, für meine Wenigkeit, andere Gespräche stattfinden. Dann muss da noch etwas anderes passieren, damit ich dranbleibe.“

Wäre die Moderation von „Wetten dass …?“ etwas für Sie? Als Thomas Gottschalk zuletzt bei Johannes B. Kerner eingeladen war, hatte man die ZDF-Namen ausgespart und lieber Stefan Raab und Dieter Bohlen diskutiert. Können Sie sich das vorstellen, nach 20 Jahren mit einer „Blondine“ bei „Wetten dass …?“ nun mal eine echte Frau?

„Für das gleiche Konzept?“

Ja.

„Ich bin der Meinung, man muss auch gute Konzepte irgendwann einmal mit Würde ad acta legen. Ich finde es immer besser, auf dem Höhepunkt zu gehen, bevor eine Sache so durchgenudelt ist, dass man sagt: Ach, das schon wieder? ,Wetten dass …?' ist ja historisch und es ist ein Riesenerfolg. Vor Frank Elstner da ziehen wir doch alle den Hut. Aber man wird doch wohl noch eine andere, große Samstagabendshow erfinden können? Oder? Natürlich! Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein bitte.“ (lächelt)

Zurück zum Film: Kann es wieder ein gemeinsames Filmprojekt mit Ihrem Verlobten und Kollegen Mehmet Kurtulus und Ihnen geben?

(grinst): „Ich weiß es nicht, wenn ihnen vielleicht mal eine Leiche im Hamburger ,Tatort' fehlt. (lacht laut) Eher nicht, aber wir haben vor kurzem eine Lesung gemeinsam gemacht, mit einem Stück, das ich ausgesucht hatte und wo es sehr gut passte. Im kleinen Rahmen machen wir schon Arbeiten zusammen. Es kam auch die Idee auf, es als Theaterstück auf die Bühne zu bringen. Ich schließe nicht aus, dass es Zusammenarbeit geben kann, nein, warum, wenn man gerne zusammen arbeitet, was es aber sicherlich nicht mehr geben wird, ist, uns als Liebespaar.“


Was für eine Lesung haben Sie gemacht?

„,Tag der Gnade' heißt das Buch von Neil LaBute. . Das ist ein Stück, das sich jeder Mann und jede Frau durchlesen sollte. Darin geht es nur um eine Beziehung, die vor dem Hintergrund von 9/11 passiert, was aber gar nicht so wichtig ist. Aber es ist ein Ausnahmezustand, bei dem alles auf den Tisch gelegt wird. Es erzählt phänomenal und brillant geschrieben, wie Männer und Frauen aneinander vorbei reden.“


Ist das so?

„Das ist so, ja.“

Ehrlich?

(lächelt): „Es ist oft so. Frauen und Männer haben verschiedene Formen der Kommunikation.“


Aber bühnenmäßig, würden Sie auch sagen, haben Sie seit der Rolle der Katharina in Shakespeares „Der widerspenstigen Zähmung“ mindestens Blut geleckt?

„Total! Ich würde mir sehr wünschen, wieder in Hamburg am ,St.Pauli-Theater' etwas machen zu können, denn das war wirklich wunderbar.“ (lächelt)

Das man den Filmtitel vom Arbeitstitel „Zeit der Schlange“ in „Der Tod meiner Schwester“ umbenannt hat, ist vielleicht noch nachvollziehbar, warum aber heißt Ihre Figur statt Katharina nun Caroline?

„Das kann ich Ihnen genau sagen, wenn Sie in meine Biografie gehen und sich mal meine Filme angucken, dann heiße ich in acht von zehn Filmen Katharina. Und da ich gerade einen Film gedreht hatte, in dem ich Kathrin hieß und gerade die Katharina in Shakespeare gespielt hatte, habe ich Regisseur und Produzent angerufen und gesagt: Ich brauche einen anderen Namen. Ich kann nicht seit Monaten nur auf Katharina und Kathrin reagieren – und daraus ist Caroline entstanden.“ (lächelt)

©Wolfgang Wittenburg - Infoauswertung honorarpflichtig (05/2008)