Mysterious Women, copyright Sylvia Knelles

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Ulrike Folkerts und Katharina Schnitzler gehen gemeinsam auf Spurensuche. Neugierig, aufgeregt, nachdenklich, übermütig, hinterfragend. In Bildern, Fotos und Texten nehmen sie die LeserInnen mit auf eine Reise. Eine Reise, die offen scheint. Die weder Anleitung noch Antworten gibt, So leicht wird es den LeserInnen nicht gemacht. Dieses Buch wird sie verleiten, immer wieder darin zu blättern, neue Blickwinkel oder Gedanken zu finden, aufzugreifen und ihnen nachzuhängen. Ganz persönliche Einsichten, Ansichten und Gedanken, festgehalten im Momentaufnahmen. Und doch zieht sich der rote Faden nach der Suche nach dem Glück und der Frage, ob es sich überhaupt suchen und finden lässt, durch das Buch. Ein authentisches Buch auf der Reise durch das Leben. Gehen Sie mit Ulrike Folkerts und Katharina Schnitzler auf die Reise - ins Glück. Es lohnt sich. (Rezension S.K.)   

Glück gefunden - Was gehört zum Glück? Was führt uns hin? Was entfernt uns von diesem sonnigen Gefühl? Was braucht wer, um glücklich zu sein? Und kann man das Glück überhaupt packen?

Die Schauspielerin Ulrike Folkerts und die Künstlerin Katharina Schnitzler nehmen den Leser in ihrem neuen Buch „Glück gefunden“ mit auf ihre ganz persönliche Reise ins Glück. Augenzwinkernd, authentisch und abwechslungsreich dokumentieren die beiden Frauen ihre Spurensuche nach dem Zustand, der jeden Menschen schön, zufrieden, mutig und selig macht. Ohne Esoterik, aber mit Begeisterung und großer Liebe zum Detail wird das Glück in all seinen Facetten beleuchtet. Das charmante Zusammenspiel von Fotografie, Text und Zeichnung erzählt 13 ganz unterschiedliche Geschichten übers Glück. Da geht es um Existentielles wie Freunde, Kreativität und Glücksmomente, um Natürliches und Vergängliches wie Jahreszeiten und Schönheit, es geht um Banales wie Handtaschen, um Glück geben und schenken, ums Glück holen und sich oder anderen bereiten. Und immer ist das ein ganz persönlicher Blick der beiden Frauen, die mit diesem Buch einen Anstoß geben, mit wachen Sinnen durch das Leben zu wandeln und sich Fülle zu leisten – das Glück zu packen.

Ulrike Folkerts (Texte), Katharina Schnitzler (Bilder und Fotografien)
Texte: Ulrike Folkerts
234 Seiten
245 x 215 mm
270 Bilder
Hardcover
ISBN 978-3-89904-336-5
EUR 24.90

Hamburg, copyright: Sylvia Knelles   Hamburg, copyright: Sylvia Knelles   Hamburg, copyright: Sylvia Knelles
Zusammen sind die beiden Damen schon einige Zeit, nun wurde ihre heimliche Liebesbeziehung öffentlich, denn die populäre „Tatort“-Kommissarin und die Berliner Malerin Katharina Schnitzler haben das Buch „Glück gefunden“ zusammen realisiert – ein spannendes und seltenes Interview mit Ulrike Folkerts über den „Tatort“, Emotionen vor der Kamera, Frauenliebe und Handtaschen

 
Ulrike Folkerts
„Statussymbole interessieren mich nicht die Bohne!“

 
Auch wenn Ulrike Folkerts im nächsten Jahr ihr 20-jähriges Dienstjubiläum als taffe Ludwigshafener „Tatort“-Kommissarin Lena Odenthal feiern wird, so sind die Zeiten, in denen die sportliche Wahl-Berlinerin ihren Tatendrang auf zwei oder drei „Tatort“–Produktionen im Jahr beschränken musste, längst vorbei. Und das findet Ulrike Folkerts auch gut so! Beruflich läuft es für die 47-Jährige nämlich gerade besser denn je: Ihr 45. „Tatort – Der glückliche Tod“ war ein Quotenerfolg und Anfgang 2009 folgt der starke Fernsehfilm „Willkommen Zuhause“ (21. Januar, 20.15 Uhr, ARD). Momentan dreht Ulrike Folkerts den historischen ZDF-Dreiteiler „Die Rebellin“ in Prag und Anfang des nächsten Jahres wird sie in Hamburg am „Ernst-Deutsch-Theater“ das Stück „Spurensuche“ mit Suzanne von Borsody spielen. Am 14. November ist Ulrike Folkerts mit Freundin in der Bremer Talkshow „3 nach 9“ (22.00 Uhr, NDR-Fernsehen) zu Gast und am 28. November (21.45 Uhr, ARD) wird der „Tatort – Revanche“ wiederholt. Beruflich läuft es wie geschnitten Brot, wie es mit ihrem privaten Glück bestellt ist, daraus hat Ulrike Folkerts lange ein Geheimnis gemacht. Da aber Ende September ihr zweites Buch „Glück gefunden“ (240 Seiten, 185 Fotografien, 85 Zeichnungen und 24.90 Euro, ISBN: 978-3-89904-336-5) erschienen ist, hat es für die Schauspielerin und Autorin nun absolut keinen Sinn mehr gemacht, nicht zu ihrer neuen Liebe zu stehen. Wir trafen Ulrike Folkerts also zu einem spannenden und seltenen Interview über „Tatort“, Emotionen vor der Kamera, Frauenliebe und Handtaschen:
Im nächsten Jahr kommt der „Tatort“ zu Lena Odenthals 20-jährigem Jubiläum und der SWR-Redakteur Manfred Hattendorf hat dazu gesagt: „Lena Odenthal wird es noch Jahre im TV-Programm geben.“ Und er meint bestimmt nicht die Wiederholungen im Dritten Programm. Was sagen Sie dazu? 
„Das ist okay.“ (lächelt)

 
Kann es für Sie auch jahrelang weitergehen, denn jetzt gibt es für Ulrike Folkerts auch Fernsehfilme wie „Ich bin eine Insel“ und „Willkommen Zuhause“ (21. Januar, 20.15 Uhr, ARD), den ZDF-Dreiteiler „Die Rebellin“, Ihr neues Buch und das Theaterprojekt in Hamburg? Kann all das mal auf Kosten von Lena Odenthal gehen?
„Ich sage dazu nur, die Verantwortlichen wissen schon, dass sie sich bemühen müssen, damit ich bleibe, dass ich weiterhin scharf auf gute Stoffe, gute Regisseure bin, und dass ich möchte, dass man sich um dieses Format bemüht und da sind wir im Gespräch. Solange das funktioniert, können wir weitermachen.“

 
Zu Ihrem 45. „Tatort“ hat die Regisseurin gesagt, dass Sie ein ganz anderes und nicht bekanntes Gesicht von Lena Odenthal zeigen möchte – sehr emotional und eine Frau, die weint. Macht das für Sie im 19. Dienstjahr als „Tatort“-Kommissarin Dreharbeiten auch noch mal eine Spur spannender?
„Absolut ja. Ich habe zuvor geguckt, was Aelrun Goette für Filme gemacht hat und dann haben wir ab September 2007 schon wegen des Buches Kontakt gehabt. Diese Frau hat mich, war so ihre Art, wahnsinnig schnell faszinieren und begeistern können, denn sie wollte den Film immer über die Odenthal erzählen. Und was kann mir Besseres passieren, als wenn mich eine Regisseurin in den Fokus nimmt und mich benutzen will, um das Thema zu transportieren – benutzen im positiven Sinne des Wortes. Ich bin da gerne mitgegangen und ich bin da auch gerne eingestiegen, und fand das ganz toll, dass ich so nahe an diese Familie und an dieses an Mukoviszidose erkrankte Mädchen heran durfte.“

 
Ist es für Sie schwer, Gefühle vor der Kamera darzustellen, große Emotionen, zu weinen? Bleiben diese Dreharbeiten anders haften?
„Ja, die bleiben sicher anders in Erinnerung. Ich finde weinen vor der Kamera ziemlich gespenstisch. Ich habe aber auch schon Kolleginnen und Kollegen erlebt, die machen so etwas zehn Mal hintereinander, immer die gleichen Tränen an der gleichen Stelle. Das kann ich nicht, das sage ich Ihnen ganz ehrlich. Mir ist das ein Rätsel und dann spüre ich bei mir ganz klar die völlig menschliche Verweigerung wieder in dieses Gefühl herein zu gehen. Ich habe das wirklich nur hingekriegt, weil die Regisseurin ganz nahe bei uns Schauspielern blieb und war, mich da immer abgeholt und wieder mit reingeholt hat. Ich hätte das sonst nicht, drei, vier oder fünf Mal hingekriegt und so konnte sie sich dann natürlich die besten Momente durch Schnitt herauspicken. Aber ich bin sehr froh, dass wir das gemacht haben und dass wir so weit gegangen sind.“

 
Ihr zweites Buch ist Ende September erschienen und es hat den Titel „Glück gefunden“ – und dies ohne Satzzeichen wie Frage- oder Ausrufezeichen. Daraus ergeben sich für mich die Fragen: Haben Sie das Glück gefunden oder suchen Sie es noch? Macht Glück süchtig – wie sehen Sie all das?
(lächelt): „Süchtig nach Glück unterschreibe ich so nicht. ,Glück gefunden' ist einfach eine Behauptung und wir sind auf den Titel gekommen, weil man das Glück ewig sucht. Das Wort Glück musste schon drinnen sein, aber mit Frage- oder Ausrufezeichen, das funktionierte nicht. Wir haben einfach gesagt – wir sage ich bewusst, denn das Buch ist von Katharina Schnitzler und Ulrike Folkerts –, Katharina Schnitzler hat Fotos und Zeichnungen gemacht und ich habe geschrieben. Sie hat die Fotos teilweise mit mir als Protagonistin gemacht, um die Gefühle und Themen zu transportieren. Wir beide haben drei Jahre lang das Glück erforscht und deswegen, kann man sagen, wir haben es gefunden. Wir haben nämlich versucht, das Glück im Alltag zu finden. Wir haben ganz banales Glück gesucht und gefunden, über dass man sonst so einfach hinweg trampelt. Es gibt das Thema Ferien, es gibt das Thema Geschenke. Es gibt das Thema, wie viele Handtaschen braucht eine Frau, um glücklich zu sein?“

 
Sie persönlich sollen keine einzige benötigen, sondern lieber einen Rucksack?
„Stimmt. Ich habe meistens Rucksäcke, aber ich habe inzwischen auch Handtaschen, ich bin aber nicht so fanatisch, was die Marke betrifft. Da, finde ich, ist schon auffällig viel unternommen worden, dass man inzwischen unbedingt eine Marken-Handtasche haben muss. Ich aber habe mich in meinem Text ganz bewusst für den Inhalt der Tasche entschieden, dafür, dass ich den interessanter finde als die Marke.“

 
Aber Sie besitzen mittlerweile tatsächlich eine und der Trend zur Zweit-Handtasche setzt sich sogar bei Ihnen durch?
(grinst): „Ich finde, es gibt inzwischen so interessante Handtaschen, die aber mehr wie Beutel aussehen, und in denen ich endlich auch all meine Sachen unterbringen würde, denn bei mir ist es eher die Größe gewesen, die mich an einer Handtasche gestört hat. Und man muss sie schon auch über die Schulter nehmen können und nicht nur in der Hand halten. Das sind für mich die Voraussetzungen, dann kann auch ich mich mit einer Handtasche anfreunden.“

 
Was kommt in Ihrem neuen Buch noch vor?
„Musik und Glück ist ein Thema, graue Tage, Tage, an denen sich das Glück einfach nicht einstellen will. Wir haben uns da auf drei Ebenen, Text, Zeichnung und Foto diesem Thema genähert. Wir sind dem Glück ganz assoziativ und sehr spielerisch und mit einem Schmunzeln auf die Schliche gekommen. Eigentlich ist das ein Bilderbuch für Erwachsene, denn es ist voller Bilder und, ich finde, man kann sich wirklich darin verlieren. Ich habe natürlich jetzt gar keine Distanz mehr dazu. Was soll ich Ihnen erzählen? Es ist ein tolles Buch, es soll Spaß machen, es soll zum Schmunzeln anregen und vielleicht auch mal einen neuen Blickwinkel möglich machen oder ein Wiedererkennungsmoment sein – ich schwärme.“ (lächelt)

 
Macht dieses Buch und die Beschäftigung mit dem Thema Sie glücklich?
„Das Buch und dieser Moment, es wirklich fertig in den Händen zu halten, der macht mich wirklich sehr glücklich – nach so viel Arbeit – Wahnsinn.“ (strahlt)

 
Ist das Schreiben, was Ulrike Folkerts nun zum zweiten Mal getan hat, und dem Sie vermutlich noch ein drittes Mal folgen lässt …
„Ja, das könnte schon sein. Also, ich bin schon jemand, der nicht so diszipliniert ist, was das angeht. Was ich aber gemerkt habe, wenn ich mich mit einem Thema beschäftige und lange darum kreisen darf, Zeit habe, dann kommt tatsächlich irgendwann der Moment, wo ich mich hingesetzt habe und dann habe ich geschrieben und nur noch geschrieben. Ich hatte richtig Spaß daran und Katharina musste dann natürlich immer herhalten und sich das erstmal anhören. Manches Mal habe ich auch alles wieder gelöscht und noch mal neu geschrieben. Und das hat mir tatsächlich Spaß gemacht, obwohl der Prozess natürlich immer durch Dreharbeiten unterbrochen worden ist, wo ich dann nicht in der Lage war, auch nur einen Satz zu schreiben. Ich konnte mich wirklich nicht auf zwei unterschiedliche Dinge konzentrieren. Was beim Schreiben natürlich toll ist, ist, dass man es überall auf der Welt machen kann.“

 
Ist die Arbeit als Autorin für Sie auch deshalb der willkommene Gegensatz zur Schauspielerei, weil sie anonym stattfindet und teilweise auch autistische Züge annehmen kann?
(lächelt): „Was für mich daran so schön ist, ist, dass es eine Arbeit ist, wo ich ganz ruhig sein und wo ich die Zeit habe, die ich brauche. Da gibt es keinen direkten Controller oder Ablieferungszwang wie beim Drehen. Da kann etwas entstehen, da kann etwas wachsen, das ist erst einmal nur meines. Und erst der Moment, in dem ich es rausrücke oder zu lesen gebe oder vorlese, dann wird es geteilt, dann wird es offenbar und dann setze ich mich auch einer Kritik aus. Aber dieses Schreiben hat für mich auch etwas Meditatives.“

 
Und das schätzen Sie?
„Absolut! Was ich im Moment auch wieder entdeckt habe, weil ich im Januar in Hamburg Theater spielen werde und mein Saxophon dafür brauche, ich übe gerade wieder Saxophon – und damit verhält es sich für mich ähnlich. Ich kann dann zwei Stunden spielen und bin so mit mir beschäftigt, dass ich die Zeit vergesse und alles drumherum. Ich höre auf zu denken und bin wirklich nur noch mit der Musik oder dem Wort beschäftigt – und das ist ein so wunderbares Gefühl. (grinst) Und das ist sicherlich ein Gegenpol dazu, mit 30 oder 35 Leuten am Tag zu drehen und immer auf den Punkt zu sein, und immer einen guten Spruch, und immer gut drauf.

 
Aber Sie würden schon sagen, dass die Schriftstellerin etwas undisziplinierter ist, als es die Schauspielerin sein muss?
„Ja, total. und schauspielern ist auch immer noch mein Fokus. Schriftstellerei ist vielleicht ganz schlau, wenn man älter wird – ich weiß das noch nicht. Es muss mich schon auch natürlich brennend interessieren.“

 
Gibt es Ihre Definition von Glück – was gehört dazu und was nicht?
„Ich finde es generell schwierig mit dem Glück, denn es ist, glaube ich, ziemlich individuell und ganz schön persönlich. Und Glück kann man eben auch nicht festhalten. Meine ganz persönliche Erfahrung ist, dass ich lernen durfte, dass ich keine Angst mehr davor habe, dass das Glück aufhört. Selbst wenn sich das Glücksgefühl einstellt, und dann verschwindet, ich kann mich darauf verlassen, es kommt wieder. Das ist eine ganz, ganz schöne Erfahrung und von daher finde ich, Glück ist wirklich ein Geschenk, wenn man es erleben und zulassen kann und sich dafür Zeit nimmt, dem nachzuspüren.“

 
Wenn die Handtasche bei Ihnen den Rucksack abgelöst hat – kann man das so sagen?
„Nein, den Rucksack gibt es noch und er ist auch nach wie vor sehr praktisch.“

 
Aber er ist in der Minderheit, ein Rucksack, zwei Handtaschen?
(lächelt): „Ja, das ist so.“

 
Wie ist es mit Statussymbolen, brauchen Sie die zum Glücklichsein? Lena Odenthal hatte im „Tatort – Der glückliche Tod“ wieder einen neuen 3er BMW als Dienstwagen. Was bedeuten Ihnen Statussymbole?
„Richtig, der Wagen hatte eine andere Schaltung und daran ist es auch mir aufgefallen. (grinst) Statussymbole interessieren mich nicht die Bohne, muss ich sagen. Für mich ist ein Auto ein Gebrauchsgegenstand – natürlich wäre es mir lieber, der würde weniger Benzin verbrauchen und die Umwelt nicht belasten. So ein 3er BMW ist auch gar nicht so groß. Also, mein Kollege Andi Hoppe hat mit seinen über 190 Zentimetern Körpergröße immer große Probleme darin Platz zu finden – und er flucht echt nicht schlecht, wenn er schnell aus diesem Auto aussteigen soll, weil es nicht geht.“ (schmunzelt)

 
Ihnen bedeuten Statussymbole nichts und das war auch schon immer so?
„Ehrlich gesagt, ich wundere mich selber manchmal. Ich kaufe nicht gerne ein und lege keinen Wert auf ein besonderes Auto. Ich fahre aber gerne in die Ferien und ich brauche eine schöne Wohnung. Ich muss aber nicht andauernd neue Sachen kaufen. Wo ich allerdings verführt bin, dass ist für drei oder vier Stunden im CD-Laden, dort zu stöbern, zu versinken, Musik anzuhören, Dinge zu entdecken, um dann mit einem Stapel CDs wieder nach Hause zu gehen. Das kann mir durchaus passieren, aber das ist eher Luxus als Statussymbol. Und mit Büchern ist das auch schon wieder anders. Auch bei Klamotten, Schuhen und – wie gesagt – Handtaschen, lege ich keinen Wett auf Marken.“

 
Welches Verhältnis haben Sie zu der Künstlerin und Mitherausgebern Ihres zweiten Buches, Katharina Schnitzler (45)?
„Das ist meine Freundin, sie ist meine Lebensgefährtin, das ist mein ganz persönliches Glück. (strahlt) Wir beide haben einfach jetzt Lust dazu gehabt, etwas gemeinsam zu machen und es ist sehr, sehr gut gegangen. Aber es geht in dem Buch nicht um unser persönliches Glück, denn das wäre ja langweilig, so eine Beziehung aufzuschreiben, sondern es geht tatsächlich um unsere verschiedenen Fähigkeiten, die wir da zusammen gebracht haben. Sie als Künstlerin mit dem Zeichnen und dem Fotografieren und ich mit dem Schreiben – und wie sie mich dann inszeniert hat. Katharina hat schon ein bisschen für die Fotos inszeniert. Das ist auch kein Buch über Ulrike Folkerts, sondern wir haben versucht, das Thema Glück zu transportieren. Wir hatten einfach eine großartige Zeit. Wir haben auch oft in den Ferien an dem Buch gearbeitet, wahnsinnig viel geredet und es ging ganz hervorragend. Uns hat das große Freude bereitet, und es wäre jetzt Blödsinn, zu behaupten, wir seien kein Paar – wir sind ein Paar und wir haben, wie so viele Künstlerpaare sich manchmal zusammen tun und ein gemeinsames Projekt stemmen, so haben wir das auch gewagt.“

 
Und bei aller Freude wird dem nächsten Projekt wenig im Wege stehen?
„Richtig, das kann durchaus seine Fortsetzung finden.“ (lächelt)

 
Ist das auch mal schwierig, zwei Künstlerinnen zusammen? Haben Sie gesagt, viele Vorteile, aber einen kleinen Nachteil, den gibt es doch?
„Wir beide sind in ganz unterschiedlichen Genres unterwegs. Katharina als Malerin und ich als Schauspielerin. Ich bin natürlich viel mehr im Außen, mein Gesicht kennt fast jeder. Katharina Schnitzler kennt noch niemand, es gibt aber ein paar einschlägige Fans, die ihre Bilder kaufen – zu denen gehöre ich natürlich auch. (grinst) Sie ist wahnsinnig fleißig. Da gibt es keinen Auftrag, und sie arbeitet still und leise – das bewundere ich wahnsinnig an ihr, dass sie jeden Tag ins Atelier geht und sich der leeren Leinwand aussetzt – und wieder von vorne loslegt. Natürlich hat sie auch immer mit der Sinnfrage zu kämpfen, was sie da eigentlich macht. Es war auch ein langer Weg dorthin, aber heute macht sie einfach und arbeitet mit großer Leidenschaft. Heute weiß sie, sie muss es tun und Katharina macht es jetzt seit über zehn Jahren kontinuierlich malen, malen, malen – und ich finde auch, sie ist sehr, sehr gut. Ich bin da absolut subjektiv, aber egal. Und es geht außergewöhnlich gut zusammen.“

 
Ohne den Hauch eines Nachteils?
„Nein und ich denke, das bringen auch die unterschiedlichen Bereiche mit sich. Wir sind natürlich zwei freie Menschen, denn wir sind gebunden, aber ungebunden. Ich bin freiberuflich und sie ist selbstständig. Das bedeutet, wir können uns unsere Zeiten selbst einteilen. Wenn ich nicht drehe, dann kann sie sagen, okay, ich mache auch frei, wir fahren irgendwohin und machen unser Buchprojekt.“

 
Die Bilder in „Glück gefunden“ sind auch gemalt und nicht nur fotografiert?
„Die Bilder sind gezeichnet, es sind Fotografien und Zeichnungen. Und diese Zeichnungen sind ihre Spezialität, denn sie sind besonders und darin sind immer noch Sätze versteckt. Das ist auch die Dimension, die dieses Buch besonders macht, weil es das noch dazu gibt, Zeichnungen, Text, Foto und dann auch die Grafik.“

 
Sie persönlich würden sagen, Künstlerin und Künstlerin ist im Zusammenleben eher befruchtend?
„In unserem Fall eindeutig ja, weil wir wirklich auf sehr unterschiedlichen Ebenen arbeiten.“

 
Aber Sie beide leben zusammen oder sagt sie, ihr Atelier ist im Nebenhaus und da bleibt es auch?
„Nein, wir leben zusammen und sie hat ihr Atelier, in das sie auch immer gehen kann, aber da darf ich auch hingehen. (schmunzelt) Da kann ich zum Beispiel ganz wunderbar Saxophon spielen. Ich male nicht und sie spielt nicht Saxophon – so ist das bei uns beiden.“
 

Wie haben Sie beide sich kennen gelernt – wollen Sie das sagen?

„Wir haben uns auf einer Ausstellung von Katharina Schnitzler in Berlin kennen gelernt. Ich bin dahin geraten, weil mich eine Freundin mitgeschleppt hat und da hingen Bilder von ihr. Dann habe ich sie gesehen und fand Katharina interessant – und ich dachte, was ich ja nicht so oft mache, weil mich ja immer alle kennen, spreche ich sie jetzt an oder nicht? Aber ich hatte irgendwie Lust, diese Frau anzusprechen. Sie hätte mich nicht angesprochen, hat sie mir später gesagt, weil Katharina wusste, die kennt man irgendwie, da gehe ich nicht hin. Ich bin mir aber ziemlich sicher, irgendwie hat sie mir signalisiert, ich kann sie ansprechen. Jedenfalls hatte ich ihre Telefonnummer nach diesem Abend – und das war der Beginn einer großen Liebe.“ (strahlt)

 
Wunderbar! Aber Katharina Schnitzler kannte Sie schon oder hat sie nur gedacht, die kennt man irgendwie und deshalb ist sie nicht auf Sie zugegangen?
„Also, Katharina hatte auch mal einen ,Tatort' mit mir gesehen, aber sie ist jetzt nicht so fernsehbesessen, vor allem aber hat sie durch ihre Familie und durch das Leben in Berlin nie dieses ,Heilig tun, oh, das ist eine Schauspielerin! Das war auch sehr gut für mich, denn sie ist mit mir ganz normal umgegangen und ich war für sie keine Besonderheit, nur, weil ich Schauspielerin bin.“ 

 
Das wäre meine nächste Frage gewesen.
„Absolut nicht. Wir hatten wirklich die Chance, uns als Menschen zu begegnen und das war total klasse.“

 
Ab 15. Januar 2009 spielen Sie im Hamburger „Ernst Deutsch Theater“ zusammen mit Suzanne von Borsody das Stück „Spurensuche“. Das ist nach Ihrer Darstellung des Tods im „Jedermann“ Open Air nun der Weg auf die Theaterbühne?
„Ja und ich bin froh, dass es nicht so lange dauert, bis ich wieder Theater spiele, denn ich wollte unbedingt dran bleiben. Und ich glaube, dieses En Suite spielen beim ,Ernst Deutsch Theater' ist ein gutes Training. Ich habe nach wie vor ein bisschen Muffensausen, aber das Stück ist spannend, Suzanne von Borsody ist eine wunderbare Kollegin, und wir haben in Claudia Prietzel und Peter Henning auch eine gute Regie gefunden. Das fühlt sich gerade alles sehr gut an. Ich bin voller Neugier und habe große Lust darauf.“

 

©Wolfgang Wittenburg - Jede Infoauswertung honorarpflichtig (11/2008)
 

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