Mysterious Women, copyright Sylvia Knelles

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Uri Geller - „Geld bedeutet mir gar nichts!“

Früher hat er Rolltreppen mit Gedankenkraft zum Stoppen gebracht und defekte Uhren wieder zum Laufen. Heute aber ist der Israeli und moderne Missionar mit Wohnsitz in London auf dem strikten Weg, die Welt zu verbessern. Im Interview sagt er, welche Aufgabe dabei Frau und Kinder haben



Bekannt geworden ist der vor 61 Jahren in Tel Aviv geborene Uri Geller vor rund drei Jahrzehnten damit, dass er durch seine Gedankenkraft Rolltreppen stoppen und defekte Uhren wieder zum Laufen bringen kann. Das Verbiegen eines Teelöffels, indem der Mentalist darüber sanft mit dem Finger streicht, hat den bekennenden Nichtraucher und Vegetarier in der ganzen Welt bekannt gemacht. Doch heute ist der am meisten von Wissenschaftlern überprüfte Paranormale der Welt längst zu einem modernen Missionar geworden, der mit dem besonderen Auftrag unterwegs ist, die Welt zu verbessern und den Menschen durch die Erweiterung ihres Bewusstseins neue Möglichkeiten zu vermitteln. In Hamburg hat Uri Geller seine neue Kauf-DVD „Staya Erusa – Finde die Wahrheit“ (ab 15. Mai im Handel und unter www.uri-geller.com zu beziehen) vorgestellt und im Interview, über seine Frau Hanna und seine Kinder Daniiel (27) und Nathalie (26) geredet. Natürlich wurde auch das Verbiegen eines Teelöffels vorgeführt und der Corpus Delicti anschließend mit Autogramm versehen und  als Souvenier mitgegeben:


 

In Deutschland haben die Leute Sie zuletzt mit der TV-Show „The next Uri Geller“ sehen können und diese Art der Suche eines Nachfolgers für Sie läuf in anderen Teilen der Erde via Fernsehen auch.

„Das Projekt ist in Israel gestartet und hatte 57 Prozent Quote. Dann hat ,NBC‘ in Amerika es gekauft und ich habe zwölf Wochen in Los Angeles verbracht. Danach kam Pro Sieben in Deutschland und dann Holland. Nun sind Ungarn und parallel die Türkei dran. Das bedeutet, ich mache Türkei und Ungarn in derselben Woche. Ich fliege mit einem Privat-Jet immer hin und her, weil die Zeit zu knapp ist. Danach werde ich nach Russland gehen und das wird bestimmt verblüffend.“


 

Haben Sie geahnt, dass dieses Projekt so erfolgreich wird?

„Nein, ich sage es ehrlich, auch wenn es keiner glauben mag, es hat als Witz angefangen. Vor eineinhalb Jahren war ich in Tel Aviv, weil ich der Präsident der Freunde der ,Magenta Vida Dome‘ bin, das ist so etwas ähnliches wie das Rote Kreuz. Diese Organisation hat das Problem, mit den Palästinensern zusammen zu kommen und die Grenzkontrollen für verletzte Kinder und schwangere Frauen aufzuheben. Wenn eine Schwangere schnell ins Krankenhaus muss, dann kann sie nicht lange an der Grenzstation warten. Also war ich dort, um in dieser Angelegenheit zu vermitteln. Und ein TV-Produzent hat mich angerufen, weil er in der Zeitung gelesen hatte, dass ich in Tel Aviv war: ,Wir möchten eine Fernsehshow mit ihnen machen. Können wir uns über Ideen unterhalten?‘ Wir trafen uns im Hotel und ich habe einen Witz gemacht, was wollen sie für mich tun, wollen sie den neuen Uri Geller finden? Plötzlich war es still und ich wusste,. wow, das ist die Show-Idee.“ (lächelt)


 

Haben Sie tatsächlich einen neuen Uri Geller gefunden? Könnte das auch eine Frau sein?

„Jedes Land hat einen Gewinner und ich wünsche, dass es auch Frauen sind. Ich habe aber wirklich nie gedacht, dass das Projekt so groß wird, sondern ich habe gedacht, es startet und endet in Israel.“


 

Nun haben Sie mit dem sehr interessanten Filmprojekt „Staya Erusa – Finde die Wahrheit“, einer Wissensdokumentation, die ab dem 15. Mai als Kauf-DVD im Handel erhältlich ist, ein neues Werk geschaffen. Sie sagen, Sie sind aber keine „Money-Making-Machine“, sondern finanzieren aus dem Erlös des einen Filmes den nächsten und das ist Ihnen wichtig? 

„Mit ,Staya Erusa‘ verdienen wir kein Geld. Wir haben ein Übereinkommen getroffen, dass wir mit dieser Reihe von Filmen keinerlei Profit machen wollen. Mit allem Geld, das wir damit verdienen, werden wir einen neuen Dokumentarfilm produzieren, und einen neuen und einen neuen. Das ist eine sehr wichtige Botschaft: Ich möchte nicht von etwas profitieren, das Leute unbedingt sehen sollten. Ich bin generell nicht durch Geld motiviert!“

Ist das so?

„Absolut! Seit 35 Jahren bin ich persönlich nicht mehr mit Geld in Berührung gekommen Ich habe keine Brieftasche, ich habe keine Kreditkarte. Es kann schon sein, dass ich mich auf der Straße mal nach einem Penny gebückt habe, aber ich komme mit Geld generell nicht Berührung, denn es passt nicht in mein spirituelles Glaubenssystem.“

Geld ist Ihnen nicht besonders wichtig?

„Geld bedeutet mir gar nichts! Ich habe genug Geld, ich habe ein schönes Haus und alles. Ich weiß gar nicht, wie viel Geld ich auf der Bank habe, aber ich habe eine Menge und das weiß ich, denn in den 70er und 80er Jahren habe ich Öl und Gold gefunden für Mineralölgesellschaften. Ich habe in Mexiko das größte, abgelegene Ölfeld entdeckt und der mexikanische Präsident war so beeindruckt, dass er mir einen mexikanischen Pass mit der laufenden Nummer Eins ausgestellt hat. Normalerweise bekommt kein Mensch einen mexikanischen Pass, wenn er nicht in Mexiko geboren ist. Aber der Präsident hat sich dieser Vorschrift widersetzt und nur er kann dies tun. Und sie fördern noch heute Öl aus dieser Quelle.“

Was motiviert Sie, derart dokumentarische Filme wie „Staya Erusa – Finde die Wahrheit“ für die Menschheit zu machen? Wie lautet Ihre Message?

„Ich bin absolut davon überzeugt, dass es für jeden einzelnen Menschen wichtig ist, etwas über sein Bewusstsein zu erfahren. Es ist so interessant, dass im Jahr 1925 ein Deutscher die wichtigste Gleichung, E = MC hoch 2 herausgefunden hat, natürlich war das Albert Einstein. Ich designe auch Uhren und ich habe diese Gleichung in meine Uhr eingraviert, weil sie so bedeutend ist. Wenn man Leute auf der Straße fragt, dann werden die wenigsten diese Gleichung kennen, außer Wissenschaftler. Was Albert Einstein herausgefunden hat, ist, dass alles im Universum Energie ist, alles. Du bist Energie, ich bin Energie, das Universum ist Energie. Alles schwingt und vibriert. Wir leben in einem Ozean von Gefühlen. Einstein fand aber auch heraus, dass niemand Energie zerstören kann. Das geht nicht. Unsere Gedanken, unsere Seelen sind Energie. Wenn ein Mensch stirbt, dann stirbt nicht er, sondern seine Energie geht irgendwohin. Das ist meiner Meinung nach Bewusstsein und ich glaube, durch Filme wie ,Staya Erusa‘ zeigen wir etwas von unseren Theorien und das, was Wissenschaftler dazu meinen. Vielleicht können wir dadurch Gedankenanstöße für Menschen geben, positiv zu denken, einen Schritt ins eigene Bewusstsein zu tun.“


Wie kamen Sie zu der Reihe dieser Film-Dokumentationen?

„,Staya Erusa‘ war als Film bereits fertig, als ich zu dem Projekt gestoßen bin. Ich habe den Direktor des Projekts, Ronald Jan Heijn, kennen gelernt. Er ist der Sohn einer bekannten holländischen Lebensmittel-Handelsfamilie und sein Leben lang von Spiritualität fasziniert. Er wurde in eine sehr reiche Familie geboren, die Supermärkte in ganz Holland besitzt und betreibt. Sein Vater wurde vor zehn Jahren entführt und er wurde am ersten Tag seiner Entführung umgebracht. Das war für Ronald der Grund, sein Leben völlig zu verändern, er wurde spirituell und ist heute ein beeindruckender Mensch. Als ich den ersten Film gesehen habe, habe ich Ronald dafür gelobt, denn ich fand ihn sehr interessant. Die Leute haben ihn in holländischen Kinos gesehen und er wurde gut besucht. Aber ich habe zu Ronald gesagt, das ist nicht genug, ich möchte den nächsten Film international zu den Menschen bringen. Was fehlte, war Glaubwürdigkeit und die habe ich durch die Äußerungen der Wissenschaftler, die im Film zu Wort kommen, untermauert. Deshalb bin ich zu Nobelpreisträgern und anderen Wissenschaftlern gefahren, habe sie zu Wort kommen lassen. All diese Menschen machen ,Staya Erusa‘ sehr kraftvoll.“

Wie erklären Sie, dass es so wenig Frauen unter den Mentalisten in Ihrem Geschäft gibt? Auch unter den Wissenschaftlern, die in „Staya Erusa“ auftreten, ist keine einzige Frau!

„Das ist eine sehr gute Frage: Wenn Leute mich gefragt haben, warum keine Frau in der Show ,The New Uri Geller‘ ist, dann habe ich gesagt: Zuerst einmal ist es sehr schwierig, eine Frau anzuführen oder in die Irre zu führen, aber wir hatten in Deutschland und in Amerika je eine. In Israel, Ungarn und Holland haben wir keine gefunden. Ich habe dazu eine spannende Theorie: Weil Frauen bereits Wunder-Arbeiter sind, denn sie können Kinder zur Welt bringen – und das ist ein großes Wunder. Das ist die Erklärung, ich habe keine andere. Frauen brauchen nicht noch mehr Wunder zu vollbringen.“ (lächelt)

Wie denken Sie über Ihr privates Wunder, einen Sohn und eine Tochter zu haben? Waren Sie bei der Geburt dabei?

„Sicher war ich dabei, um meine Frau zu unterstützen und das war sehr interessant. Meine Frau Hanna hatte bei der Geburt unseres Sohnes in New York ein Problem, der Uterus hat sich nicht richtig geöffnet. Da hat der Doktor zu mir gesagt: ,Uri, konzentriere dich!‘ Ich bin aus dem Zimmer gegangen und habe auf dem Flur geschrien: Eins, zwei drei, open! Und ich schwöre, als ich öffnen gerufen hatte, wurde Daniel geboren. Das ist eine wahre Geschichte. Und meine Tochter Nathalie ist in Connecticut geboren und ich war auch mit dabei.“


Wie alt sind Ihre beiden Kinder und was arbeiten sie?

„Mein Sohn Daniel ist 27 und Rechtsanwalt in England und meine Tochter Nathalie ist 26, lebt in Los Angeles und möchte Schauspielerin werden.“


Wie denken Ihre erwachsenen Kinder über das Leben und Wirken ihres weltbekannten Vaters?

„Daniel ist gerade wieder in London gelandet, denn er war mit mir zusammen in Budapest, um die TV-Show dort vorzubereiten. Meine Kinder sind immer mit mir, wir sehen uns oft und unser Verhältnis ist sehr eng. Aber du kannst Kindern nie sagen, was sie zu tun und zu lassen haben. Beide haben keinerlei Ambitionen in meinem Bereich. Aber ich erinnere mich, als Daniel 13 und Nathalie 12 gewesen ist, war ich sehr beunruhigt darüber, dass die Kinder in all dem Geld aufwachsen. Ich habe ein großes Haus und ich habe sehr viel Geld verdient. Ich hatte die Befürchtung, dass all das Geld die Kinder verderben könnte.“


Was haben Sie als Vater getan?

„Ich bin mit Daniel und Nathalie nach Brasilien geflogen und ich bin mit ihnen vom Flughafen direkt in die Slums gefahren. Wir standen dort und ich habe gesagt, seht euch das genau an, Daniel und Nathalie … Und von dem Tag an, seit seinem 13. Lebensjahr und ihrem 12. Lebensjahr, haben Daniel und Nathalie mich wirklich nie um etwas gebeten. Mein Sohn hat nie gesagt: ,Dad, kannst du mir ein Shirt kaufen?‘ Unglaublich, aber die Kinder sagen seither, wir werden es selber machen. Ich finde, es ist für einen Vater sehr wichtig, seinen Kinder ganz drastisch vor Augen zu führen, wie andere Kinder leben und das ihr Leben nicht selbstverständlich ist.“


Am Ende des Films „Staya Erusa“ steht: Besonderer Dank an Hanna Geller. Wofür danken Sie Ihrer Frau? Wie unterstützt Ihre Frau Sie in Ihrer Arbeit?

„Meine Frau unterstützt mich überall. Ich habe Hanna vor 35 Jahren geheiratet und das finde ich beeindruckend, denn ich bin ihr absolut treu und sie ist mir absolut treu. Wir sind immer noch verliebt wie am ersten Tag und alles funktioniert mit großer Harmonie. Wir haben wunderbare Kinder und wunderbare Freunde. Etwas von Hanna ist immer wie mein unsichtbarer Begleiter.“


Unterstützt Ihre Frau Sie in Ihrer Arbeit?

„Auch ist der gute Geist meiner Frau immer mit mir. In meiner Arbeit habe ich keine Mitarbeiter und auch keine  Sekretärin. Ich hatte mal Mitarbeiter in New York, aber dann habe ich eines Tages gesagt, dass ich solche Büros nicht möchte. Heute ist mein ,Blackburry‘ mein Büro, ich habe den Mini-Computer immer bei mir. Ich kriege 300 E-Mails an jedem Tag und ich beantworte sie alle persönlich. E-Mails kommen den ganz Tag an, nonstop.“

Wer schreibt Uri Geller eine E-Mail und mit welchem Anliegen?

„Gerade seit der TV-Shows schreiben mir auch viele Kinder. Und wenn Kinder mir schreiben, bitte Uri, verrate unserem Lehrer wie man einen Löffel verbiegen kann, dann ist meine Antwort ganz einfach: Vergesst das Löffelverbiegen, werdet anstatt dessen lieber zu einem positiv denkendem Menschen, legt den Fokus auf die Schule, glaubt an euch selbst und versucht, euch viele Möglichkeiten zu schaffen, damit ihr studieren könnt. Raucht niemals, lasst die Finger von Drogen und denkt an Erfolg. Ich beeinflusse Menschen so.“

Uri Geller nimmt seinen Taschenrechner großen Mini-Computer hervor und demonstriert: 

„Hier ist so eine Mail von Sylvia, ich weiß nicht, von woher: Hey Uri, ich schreibe dir in der Hoffnung, dass du mir bei einem gesundheitlich Problem helfen kannst. Mein   … arbeitet nicht so gut … An diese Person schreibe ich jetzt zurück – und ich zeige Ihnen das exakt: Hey, Sylvia, ich bin kein Arzt, ich denke, du solltest zu einem guten Doktor gehen. Und ich ende mit: Viel Energie! Uri. Das ist es, denn ich werde einem Menschen niemals solche Ratschläge geben. Aber eine Reaktion finde ich sehr wichtig, denn vielleicht ist Sylvia etwas ängstlich oder sie braucht einfach nur so einen Anstoß, um einen Arzt aufzusuchen. Wie lange habe ich dafür gebraucht? 25 Sekunden! Das ist nicht viel! Leute, die immer sagen, sie sind zu beschäftigt und sie haben keine Zeit, nein, sie können sich nicht mal telefonisch melden, sie haben keine Zeit – sie lügen. Wenn man den Willen hat, dann findet man auch einen Weg.“ (grinst)


Wie denken Sie über den amerikanischen Talkmaster Johnny Carson oder in Deutschland zuletzt Harald Schmidt, der Sie als Gast in seine Show holt und sich dann über Sie lustig macht. Enttäuscht Sie so ein Verhalten mitunter oder sagen Sie, schlechte Promotion ist die beste?

„Früher war ich, wenn ich schlechte Sachen über Uri Geller gelesen habe, immer eingeschüchtert und habe gedacht, das ist das Ende für Uri Geller. So war das vor 35 Jahren. Aber es ist phänomenal, denn jedes Mal, wenn jemand mich angegriffen hat, dann sind mehr Leute in meine Shows gekommen.“


Welche Erinnerung haben Sie an Ihren Auftritt bei der US-Legende Carsen?

„Bei Johnny Carson saß ich für gerade mal 22 Minuten und es war eine Katastrophe. Der Mann hat mir nicht geglaubt, der Löffel hat sich nicht genug verbogen. Ich bin danach zurück ins Hotel, ich war 26 und dachte, Uri, du kannst deine Sachen packen und zurück nach Israel gehen. Eigentlich hat jeder, der bei Johnny Carsen zu Gast war, es in Amerika zu etwas gebracht. Im nächsten Moment hat das Telefon geklingelt und am anderen Ende der Leitung war Merv Griffin. Er hatte mich bei Carsen gesehen und wollte mich in seine Show einladen. Damals habe ich gelernt, es gibt keine schlechte Publicity. Oscar Wild hatte vor 100 Jahren absolut recht, als er gesagt hat: Es gibt nur eine schlimmere Sache, als dass über einen geredet wird, und das ist, wenn nicht über einen geredet wird. Alle Skeptiker in 40 Jahren, die behauptet haben, ich betrüge, ich habe einen Magneten in mir, sie sind dumm, denn sie kreieren das Mystische an Uri Geller, sie machen aus mir geradezu eine Legende. Kritiker sind ein Geschenk! So sehe ich das und noch dazu: wenn jemand eine Parodie von dir macht, dann bist du erfolgreich.“ (lächelt)

Sie sind in Tel Aviv geboren und leben in England. Haben Sie dort Ihre Heimat gefunden oder bleibt Ihre Heimat Israel?

„Ich liebe diese Frage. Ich bin in Israel geboren und meine Mutter wurde in Berlin geboren, denn sie stammt aus einer östereichischen Familie und ist mit Sigmund Freud verwandt. In meinem Ausweis steht der Name Uri Geller Freud. Und wenn ich darüber nachdenke, wo ich hingehöre, dann fühle ich immer, dass ich in mein Heimatland gehöre, nach Israel. In erster Linie bin ich Israeli, aber da ist auch ein Satz – und das habe ich noch nie gesagt –, der sagt, der Prophet gilt im eigenen Land nichts. Das betrifft nicht die Menschen, die Menschen in Israel sind wunderbar, aber es sind die Medien, sie bauen dich auf und zerstören dich, sie bauern dich wieder auf und zerstören dich erneut. Das passiert alles wegen des Geldes, um Zeitungen zu verkaufen, um Zeitschriften zu verkaufen. Aber ich kann sagen, die Medien in Israel waren niemals gut zu Uri Geller. Das ist interessant. Was mich am meisten überrascht hat, von allen Ländern der Welt war es immer Deutschland, wo die Menschen gut zu mir waren und sind. Ich kann das nicht erklären. Als ich 1972 zum ersten Mal nach München kam, ich hatte Israel verlassen und ich kam nach Deutschland, wow! Die ,Bild‘-Zeitung ist mit mir durch das Land gezogen und ich war jeden Tag auf dem Titel. Auch als ich jetzt wieder da war, um ,The Next Uri Geller‘ zu machen – unglaublicher Erfolg, unglaubliche Wärme der Menschen, sie haben mich umarmt. Ich habe für Deutschland ein sehr großes Gefühl.“


Trotzdem haben Sie sich entschieden, in London zu leben und nicht hier? Fühlen Sie sich auch dort in Ihrer Nachbarschaft wohl?

„Jeder kennt Uri Geller, ich bin auch in England sehr berühmt, aber man muss wieder einen Unterschied zwischen den Menschen und den Medien machen. Zwei unterschiedliche Dinge. Die Leute lieben mich, die Medien kritisieren mich. Das ist es. Hier, in Deutschland, kritisieren mich die Medien jedoch nicht, vielleicht mal in einer Story. Das hat meinen Respekt und ich habe Deutschland schon immer sehr geliebt. Man muss sich erinnern, ich bin Jude, ich bin in Israel geboren, meine Mutter ist vor den Nazis geflüchtet. Ich weiß um die Geschichte, aber mein bester Freund in der Schule war ein Deutscher. Deshalb habe ich nie schlechte Gefühle zu Deutschen. Ich kann junge Deutsche nicht für die Taten ihrer Großeltern tadeln. Ich fühle mich in Deutschland sehr Zuhause und deshalb habe ich auch sofort zugestimmt, mit Pro Sieben noch einige Shows mehr zu machen. Ich könnte das auch in Amerika tun oder in Japan und in England, aber ich habe mich für Deutschland entschieden.“

©Wolfgang Wittenburg - Infoauswertung honorarpflichtig (05/2008)